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Dreizehnter Jahrgang. Erstes Quartal.
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Wo ch e n s ch r i f t.
Bremen. Donnerstag ven i 3. Kliirr i 8 2 v.
O curas Irominunr!
O Huaritnirr ost in rebus insne.
(L eitle Menschensorgen!
Im ganzen Dasein welches Nichts.)
I? e r s s u 5.
Wahre L e b e n s - A n s i ch t. *)
Mein edler Freund! ich hör' dich klagen..,,.
Dir hat des Lebens Gaukelspiel Auch tiefe Wunden einst geschlagen,
Und statt ersehnten Freudentagen Ward dir vielleicht nur Schmerz am Ziel!
*>Man theilt uns dies Gedicht unter der Beziehung mit, daß es aus unsers größten Dichters, aus Schillers zerstreutem, eingedruckten Nachlaß herrühre. Wir erlauben uns, das, ohne Beeinträchtigung der Meinung des geehrten Einsenders, zu bezweifeln. Manche Madonna, die-Kirchen und Gemäldegallerien schmückt, und mit Rapha- els unsterblichem Namen prangt,, ist auch nur von einem seiner Schüler oder Nachahmer. ,,Nicht Jeder hat jegliches Talent." Indessen scheinen uns diese Strophen doch leicht und angenehm genug, um es wagen zu dürfen, sie unsern Leser» vorzulegen. Sie werden am besten beurtheilen können, ob der Einsender oder die Redaktion sich tauscht.
Klag' sie nicht an, die arme Erde,
Die Keinem noch den Frieden gab,
Wenn du an deinem trauten Herde,
In kindlich lachlender Geberde,
Erblickst des Alters sichern Stab.
Vergib dem Menschen. Er steigt träumend Herauf, und 'träumt so manches Jahr.
Und wenn er dann den Schauplatz räumend,
Ob länger oder kürzer säumend,
Zur Muttter kehrt, die ihn gebar;
Dann weilt der Geist noch auf dem Grabe,
Und fragt: „Was war dies kurze Sein?
„War Täuschung nur mein ganzes Habe,
„Der Sinn zum Glück die Himmelsgabe,
, „Und nichts als Hoffnungs-Jrthum mein?"