Jahrgang 
1827
Seite
375
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lind haben sie alle «Inst ausgekämpft; und sind sie alle einst reif geworden, dann wirst Du im Llysium sie einführen, und dort ihre Scheitel kränze» mit'Deinen ewig blühenden Rosen.

Nonne.

M i s c e l l e n.

Lupus und Mode.

(Aus EllingerS alamodischen Kleiderteufel.)

Ich glaube ganz und gar, so lange die alamvdische Kleiderpracht, davon man vor zwan, zig, j, noch zehn Zähren (vor 1629) nichts gesehen und unsere Vorfahren nicht« gewußt haben, sich nicht leget und durch die Obrigkeit nicht abgeschafft wird; so lange ist auch kein- Fried» in Drutschland--

Wollrn wir' deutsche Affen ja so thöricht seyn und allerlei fremder Rationen und Völk er Trachten und Kleider uns belieben lassen! wohlan! so schicker uns Gott solch« Völker, auf unsern deutschen Boden, von denen man vor diesem nicht gern hören sagen, will geschweige», mitten unter unserm geliebten Vaterland« gesehen und gehöret Halter Die wissen uns dann ala< modisch, Muster dermaaßerr anzumessen, daß mit Häufln das Blut über den Kopf abfleusset und da» Geld aus- dem Beutel geschnenzctwird , und wir tollt närrische Deutsche das Nachsehen und beirr Schaden behalten^

Man liefet in Historien-, baß «in türkischee" Kaisrc einmal von- einem kunstreichen Maler, den er am Hof« gehabt, begehret: er soll« 1hm- allerlei' Manier und Klitbertracht der Völker­unter dir Sonn» abmalt», wie eine jegliche Narion sich kleidete: und «tnherginge. Da hak

er einem nach dem Andern In seinem Habit «nttvor» fen: den Türken auf türkisch, den Tartar, tartarsich, den Perser, persisch, den Griechen, griechisch, d-n Italiener,italienisch, den Spanier, spanisch, den Franzosen, französisch, den Ungarn, unga­risch, summa einen Jeden mir seiner Tracht. Letztlich hat er «inen nackenden Mann gemalx mit einem Ballen Tuch unter dem Arm. Dann der Kaiser einem nach dem Andern besichtigt, läßt er es ihm gefallen; allein da »r an den nackenden Manm gelanget/ bei welchem nichts geschrieben, hat er gefragt, wer dieser sey. Darum der Maler geantwortet: Es ist »in Deutscher, und vermeldet: er wisse ihm kein« eigene Tracht abzumalen, da er nie bei der alten Kleidung bleibe, sondern gleichsam aller andern Nationen Affe sey, bald so, bald anders sich kleide. Darum er ihm einen Ballen Tuchs gemalet, daraus seines Gefallens er ihm ein Kleid, wie er wollt«, machen lass-n möcht«; denn er wüßte ihm kein gewiß Muster zugeben.

Wenn dieser Maler heutigen TageS noch lebte, er würd» solchen nackenden Deutschen auch den Ballen Tuchs nicht lassen, sondern ganz bloß unter einem Dadhemdieik oder Niedern,id unter die alamodische-, «undtrbarlleher. Weise zersetzte, zerschnitzelte, »«nestelte, breithüligr, splhbär- tige, großkcägigr/ pauschige ZunkerleinS dahin stellen- wie jener-feine Maler in seinem Gemälde.

DaS' Laster' der Mode ist deßwegen zu fliehen und zu meiden, weil gemeiniglich der stolze alämodische Kleiberteufel) wo er-einzeucht, nicht allein zu kommen pflegt, sondern noch sieben ander« Teufel, und' unter diesen den Haupkteufel der Zuden,- den Dalles, der ärger ist- als alles, zu Gesellschaft mitbkingt- Dehüt.unS Gott in Gnaden!l