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k-r. So giebt es auch zweierlei Verbreche», wirkliche (die auf dem ganzen Erdenrund, dafür anerkannt werden) und konventionelle (die nur in bestimmten Bezirken straffällig sind.) Ein Zude, der Unreines — nach seinen Begriffen — ißt, macht sich strafbar; ein Mensch unseres Zeitalters, der seine Schwester heirathek, ist straffällig, während dieselbe Handlung bei den Gulbern verdienstlich war. So weicht das menschliche Denken und Urtheilen über tausend« von kleinen Gegenständen ab, und gerade solche kleine Meinung - Abweichungen waren es oft, welche die größten Verheerungen unter den Menschen anrichteten. Was anders als die einfache verschiedene Deutung der Worte: „Iloo LLt conxlls Eias!" brachte so güoße RellgionS- kämpft hervor? Der Eine nahm es für etwas Wirkliches, der Andere nur für eine Rede- Figur. Wer kann behaupten, das seine Meinung immer die unfehlbare s^y?— Die Unfehlbarsten haben wieder zerstört, was sie vorher gebaut: der beste Grund zur Toleranz! — Auf diese Weise geht ein Brüsseler Recensent zur Beurtheilung einrs Stücks („der rechtschaffene Verbrecher") über.
Ed. Rolle.
* Etwas über Militair - Musik.
rln die jetzigen Beförderer derselben.
Es war schon oft die Rede In unsern öffent« llchen Blättern über die gerechte Anerkennung der Leistungen des hiesigen Hanseatischen - Musikcorps. Mit vollkommenem Rechte gebührt diesem Corps der Ruhm für dir geschmackvolle Art des Vertrags mit dir dasselbe selbst die schwierigsten Sachen ausführt, wodurch denn natürlich eine Vorliebe für Militairmnsik bey Bremens Einwohnern erweckt ist.
Obgleich wir die Anstrengungen wohl erkennen, die wir zu besiegen haben, wenn wir den genannten Corps einigermaßen gleich Bh,n wol lrn, obgleich wir gewiß mehr wi/irgryd sein nd es einsehen, wie Vieles erforderlich ist, um eine» gleichen Grad der Vollkommenheit, wie daS .genannte Corps ihn an den Tag legt, in unsern Leistungen zu erreichen, so schmeicheln wir uuS dennoch mit der Hoffnung, daß unsere Be mühungen im Foitschceiten zu einer höheren Stufe der Kuasiausüdung, und unser« Anstrengungen den höchstmöglichsten Grad der Vollkommenheit zu geben den Beifall von Kennern und Musikfreunden erhalten werden. Wir hoffe», daß wir schon jetzt uns auf den Standpunkt gest llt haben,einige angenehme und genußreiche Standen denen zu verschaffen, weiche die öffentlichen Produktionen unsers Fleiße» beyzuwohnen, so geneigt seyn werden.
Wir dürfen es dreist behaupten, daß wir uns alle Mühe gegeben, allen Fleiß angewandt haben, welchen die Tonkunst verlangt, unserm neu organisirten zahlreichen Corps «>»« vorzüglichere Stufe musiealischer Ausbildung zu erwerben als die früheren Einrichtungen des Must kcorps der Bürger-Wehrverstacceteii. Aberwas ver mögen unsere Anstrengungen nach dem höheren zu streben, wie überhaupt die Leistungen in,«oer Kunst, ohne die llnrerstuhung gütiger Beförderer und Freunde der Knustie-stuiigen?
Wir wenden uns daher mir einer so freund liehen als gehorsamsten Bure a» »u>ece vereinten Mitbürger, deren Namen als Beschützer valec städtischer nützlicher Anstalten fowoh! als üderhaupr der schönen Künste glänzen, unsere Bemühungen durch sie That zu unirrstützen und zu tem End« diejenigen Conzerre zu besuchen, welche wir an drey Abenden während des Laufs dieses W'ntcrS zu grberr, die Ehre haben werden.