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Ein Ausflug ans den Kriegsschauplatz in Schleswig-Holstein.
Kiel, den 18. Febr. Nach langer Unterbrechung komme ich endlich dazu, meine Aufzeichnungen über unsere Erlebnisse und Beobachtungen im Norden fortzusehen. Das nächste interessante Bild nach dem Dannewerk war das Schlachtfeld von Oeversee, welches wir am Mittag des 8. März, also circa vierundvierzig Stunden nach dem Kampfe, der dort stattgefunden, auf der Fahrt von Schleswig nach Flensburg besuchten.
Wir fuhren gegen elf Uhr früh vom Lollfuß ab , kamen zunächst an den sieben kolossalen Brctterbaracken vorbei, welche die Dänen dem Thiergarten gegenüber zu dem Zweck errichtet, um für die Pferde ihrer Kavallerie ein Obdach zu haben, und erreichten dann die hohe Geest, auf der sich die Chaussee zwischen dem Haideland und dem mit Knicks durchzogenen, mit einzelnen Gehölzen bedeckten östlichsten Drittel der Halbinsel hinwindet.
Die ganze Gegend war tief beschneit, die Gräben und Bodensenkungen zum Theil zugeweht, überall Spuren des Kriegs: auf der Straße weggeworfene Tornister und Patrontaschen, weiterhin eine in den Graben gefahrene große eiserne Kanone, dann mehre stehen gebliebene Prohkasten. Chausseegeld zu entrichten schien außer Gebrauch gekommen, die Einnehmer, Pächter der Regierung, wagten meist nicht einmal es einzufordern und standen betrübt über den Umschwung der Dinge an den Fenstern, sehnsüchtig die gute Seele erwartend, die freiwillig in die Tasche greifen sollte.
Jenseits Jdstedt, dessen Häuser in der Ferne zur Rechten über der Schneedecke sichtbar wurden, wieder eine verlassene Kanone und noch einige Prvtzkasten. In Schmedeby Massen von östreichischen Soldaten und Militärfuhrwerken. Ein Stück weiter der Cadaver eines Pferdes, dann ein zweites, dem man schon die Haut abgezogen, und das so wie ein ungeheurer Braten blutigroth aus dem Schnee hervorsah. Bei Frörup, wenn ich nicht irre, der erste Todte, ein Liechtenstein-Husar, der im Chausseegraben langgestreckt aus dem Rücken lag. Eine Kanonenkugel war ihm durch den Unterleib gegangen, das Gesicht halb zugeschneit, die Füße der Stiefeln beraubt. Weiterhin auf der Haide Leute über einem dritten Pferde, beschäftigt, sich der Haut zu bemächtigen. Auf der Straße gefrorne Blutlachen, zur Rechten Todtengräber mit Hacken und Schaufeln und große schwarze Stellen im Schneegesilde, welche frische Soldatengräber andeuteten. Dann etwas nördlich von Oeversee das Desilee, wo am härtesten gekämpft worden.
Die Chaussee steigt hier eine Hügelwellc hinauf, die zur Rechten nur mit Haidekraut bewachsen ist, während links über einem Teich mit sumpfigen Ufern ein ziemlich großes Buchengehölz die Höhe bewaldet. Das Terrain vor dem