Heidelberg. d. 1. April 1811.
In einigen Tagen reist der junge Heineke
von hier, und der soll Euch wenigstens einige
Zeilen von uns bringen. Unsere theure
Kranke kann Euch noch nicht selbst schreiben, u.
kan̄ es vielleicht noch so bald nicht; weil es mit
der Besserung so äußerst langsam geht. Es
kom̅en so oft neue unvorhergesehene Zufälle,
die sie dann wieder so zurücksetzen. - Unsere
Mutter hat mir aufgetragen Euch zu schreiben,
und lässt Euch herzlich bitten, ja nicht so besorgt
und unruhig zu sein, sie hoft1, daß es bald besser
gehn wird. Du kannst dir gar keinen Be-
griff von ihrer Geduld und Ergebung machen,
liebste Doris. Bei den heftigsten Schmerzen
ist die Theure nie verzagt noch muthlos!-
Du kennst sie ja. Ihr Geist ist noch im̅er
so schäbig, und der Körper, von Schmerzen so
niedergedrückt, versagt - die Kräfte fallen!
O wie schmerzlich betrübt mich oft ihr
Anblick und doch ist sie ganz Liebe, ganz Freundlchkeit2
doch ich will auch Muth und Hoffnung