Mehrteiliges Werk 
Brief von Caroline Christiane Louise Rudolphi an Dorothea Focke, 15.01.1809
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transkribiert von Dahle, Nils

H. d. 15. Jan. 1809                

Mein Brief an dich, liebe Doris ist / ich weiß nicht aus welcher Ahndung. / unabge-
schickt in meinem Pulte liegen geblieben.     Und nun kom̅t ein Brief
von Benzenberg, der mich nöthigt, noch einige Zeilen hinzuzuschreiben. - - -
    Es ist also geschehen, was über in Kürze oder längerer Zeit geschehen mußte.
Schnell ist der Engel seiner Heimath wieder zugeeilt - - Wohl ihm!     Und
wohl uns, daß wir nach einer Welt hinauf schauen dürfen, wo alles Verwandte
sich innig nahet, um sich ewig nahe zu bleiben!     Leb wohl, meine Doris,
laß dich nicht von schwärmerischer Trauer verzehrend ergreifen.     Sie es
durch heitern Selenfrieden würdig eine so glückliche Mutter und Gattin zu
bleiben als du es bisher warest.   -   Ich kan heute nichts weiter hie-
[fehlt] Wir sind ziemlich wohl.     Ich war und bin es nicht ganz; aber es
hat damit nichts auch sich. Sei unbesorgt.     Auch Emilie ist diesen
Winter sehr wohl.     Grüße meine Lotte und Anna recht aus meinem
Herzen.     Auch deinen guten Focke.     Und deine Kleinen drück sie innig
mit ans Herz.

C'. R.                

    Von Brands hatte ich vor ein paar Tagen einen gar liben Brief.