Mehrteiliges Werk 
Brief von Caroline Christiane Louise Rudolphi an Dorothea Focke, 06.05.1806 [und [07.05.1806, 20.05.1806]]
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Heidelberg. d. 6. Mai. 1806

Meine beste Doris,

unter vielen Störungen setze ich es darauf durch, dir nun deinem Feste ein paar Worte
zu sagen.   Man küm̅ert und klopft gewaltig dicht neben mir. Es wird ein neues xx-
vier ausgxxedts, welches gestern angekom̅en. -- -- -- Willst du es heut einweihen, so
kom̅ auf ein Stündchen wenigstens. Oder wen̅ du das nicht willst, so laß aus die Stunde
in der heiteren Gartenstube neben der Axxxxxxx xxxx. Den letzten Geburtstag in
Ham waren wir eine Stunde mit xxx auch in der xxxxxx. Auch da war es schön.
-- Und ist es nicht überall schön wo liebende Menschen beieinander sind! -- Heute vxxx
ich dir nur meine Freud bezeugen, daß du so treflich gehalten was du mir damals
versprochen. -- -- Wenige der Meinigen haben mir so gut, keine besser Wort
gehalten, als Doris und Mixxx.     Nicht aber kan̅ ich mit so ungetrübter Liebe
und Freude gedenken. -- O kön̅ ich dich meine Doris, heut ans Herz drücken! Kön̅test
du mir heut deinen Knaben bringen, daß er mich lieben lernte! --   Wie ist diese
Ferne oft so peinlich!
    Den 5. Mai, den wir 1801 so schön, so gar schön auf dem Fortifikationshause gefeiert, brach-
ten wir gestern an der Bergstraße zu. Und zwar in Weinheim den Mittag,
den Nachmittag in Birkenau im Oderwald! O mein Gott was ist das für ein
reizendes Thal! Wen̅ du einst wieder zu uns kom̅st, müssen wir auch dahin, wie
wir dan̅ viele Plätze besuchen müssen, die du auch nicht kennst. -- -- Wir kamen
erst um Mitternacht zurück.
Ehegestern erhielt ich einen Brief aus Düsseld. von B.d. 7. mit mehreren Einlagen von
Brandes, auch einen Brief von letzterem an mich. Der Gute hat sich Lxxxxx xin
mehr zu Herzen genom̅en als ich anfangs glaubte, und doch mag und will ich ihm
nicht rathen noch einmal bei L anzufragen ob sie auch sich selbst und ihn nicht
mißverstanden! ihn in seiner Xxxrung, sich selbst in ihrer Xxhäsigkeit ihr glücklich.