Meine liebe Doris Ham. d. Okt. 1801
Wie schwer entschliest man sich zur Schrift=
lichen Unterhaltung, wenn man der münd=
lichen so lange gewohnt war ! Wie arm-
selig scheint einem zuerst dies langsame
Mittel der Sprache der Entfernten, wenn
man dies lange mehr war . - Und doch,
wie herzliche freude hat dein erster Brief mir
und uns allen gemacht -- u. auch diesen Erstling
mir wieder wilkom̅en sein!
Am Sonabend Morgen 6 Uhr sind
die (durchgestrichenes Wort darunter) solchen lieben Erscheinungen aus unseren
Briefe verschwunden. War es doch als ob
uns das Schicksal groß Unrecht gethan, als
ob sie das für im̅er gehörten! -- so wirkte
der Abschied auf groß und klein. - Erst auch
und auch lernen wir es einsehen, daß es so
sein musste, und nicht anders sein konte. - -
Noch habe ich keine Briefe von ... . M...
Mercier, die seit 8 Tagen in Hamburg ist nun
Mehrteiliges Werk
Brief von Caroline Christiane Louise Rudolphi an Dorothea Focke, 13.10.1801
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transkribiert von Behrens, Tabea