Ham. d. 13. Dez. 1802.
Liebe Doris,
Unser guter Brands, der seit Son̄abend hier ist,
und Mittewoch schon wird reisen muß, will nicht
ohne Briefe von mir in Bremen erscheinen.
Ich muss also schreiben, ohne lange zu untersuchen
ob ich kan? u. wie viel ich kan̄? Dir habe
ich von den Bremern am längsten nicht geschrie-
ben, und so mache ich bei dir den Anfang.
Aber was werde ich dir in den wenigen unruhigen
Momenten sagen könten, das du nicht fast besser
mündlich von Brands hören köntst. Von unserem
äusseren Wohlsein kan̄ er dir wenigstens getreuen
Bericht abstatten.---- Wie gesund fast alle sind,
wie froh und fleißig sie in den Abendfreistun-
den in kleinen allerliebsten Gruppen bei einander
sitzen u. in trauter Gesprächigkeit an den Weih-
(linker Rand:)
deine Rähtsel aus Curendof1 haben die Köpfe gewaltig gerüttelt, u. ich habe ihnen diese gymnastische
Uebung gern vorgeturnt. Das Auge ist das schönste!
- Curendorf?, unsicher. ↩