Beitrag 
Das dreiunddreißigste niederrheinische Musikfest in Düsseldorf : den 27., 28. und 29. Mai 1855.
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

mit fortreißt und seine Wirkung nicht leicht verfehlt, was dann auch aufs Orchester zurückwirkt, so daß sie so gern gespielt als gehört wird. Die frische und hübsche Ouvertüre vvnGadeIm Hochland" wurde in ihrer Wirkung etwas beeinträchtigt durch den Regen, der auch schon den Tag vorher sich während der Peri gemeldet hatte. Obgleich er nicht stark war, so machte er doch auf dem beiliegenden Dach ein solches Geräusch, daß man nicht ungestört hörte, umsowenigcr als man fürchten mußte, daß, wenn er stärker würde, eine völlige Unterbrechung eintreten müßte. Die dritte im Bunde war die große Leonorenouverture: es war fast zu viel'nach allem, was man schon gehört hatte; aber die Kraft und Tiefe dieses großartigen Seelengemäldes ergreift so mächtig, daß sie jede Anwandlung von Schwäche überwindet. Wenn man berichten kann, daß die gefährliche Stelle zum Eingang des Presto sicher und tadellos gelang, so ist daS kein geringes Lob für das Orchester, das mit dieser letzten Leistung, wahrlich keiner leichten, einen würdigen Schluß machte.

Es wäre Schade gewesen, wenn der Chor, den man bei einem solchen Fest wol auch mit unter die Künstler rechnen darf, von diesem Concert sich zurückgezogen hätte. Die allgemeine Freude, welche die Schöpfung erregt halte, ward die Veranlassung, daß man den Schlußchor des ersten Theils am Ende der ersten Abtheilung noch einmal sang; den Schluß des Concerts aber machte das Halleluja aus dem Messias. DaS war denn eine Gelegenheit sür den Chor, seine ganze Macht und Herrlichkeit zu entfalten; bei der gewaltigen Steigerung,Herr der Herrn" war eS, als wollten die immer mächtiger an­schwellenden Tonmassen das Dach abheben, um himmelan zu steigen. Der Schluß mit diesen Riesenwerken, der Beethovenschen Ouvertüre und dem Halleluja gab auch diesem Coucert eiue ernste hohe Weihe und ließ den Zuhörern einen Eindruck von Größe und Erhabenheit zurück, wie es eines Musikfestes würdig war, daß man ans vollem Herzen sagen mochte: Ende gut, Alles gnt!

Nach vollbrachter Arbeit vereinigte zur Feier des Gelingens ein fröhliches Mahl eine große Anzahl der Mitwirkenden und Zuhörer, die bis spät in die Nacht oder bis zum frühen Mvrgen in heiterem Gespräch beisammen blieben und sich das Wort gaben: Aus Wiedersehen beim nächsten rheinischen Musikfest!

Pariser Brief.

Die pariser Theater. Der Neiz, welchen Paris dem Einheimischen gewährt, ist für den Frem^ den in der Regel verloren und dieser ist darauf angewiesen, diese Stadt zu genießen, wie jede andere. Er läuft sich vom frügen Morgen an die Beine