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Dattelpalmen, Sykomoren, Lorbeerbäumen, die er allem übrigen vorzieht, weil er sie mit sich aufwachsen sah; der Baum, welcher ihm das Eisenholz zu seinen Pfeilen lieferte, die Platane, an welche er die Wiege seiner Kinder hing, tausend Gegenstände, welche ihm ein Theil seines eignen Selbst zu sein schienen, denen er Namen gab und die er lange beweinen wird.—
Nach und nach wird das Terrain rein, die verkohlten Stämme fallen und verschwinden^ das unaufhörlich ausgerissene Kraut macht nützlicheren Gewächsen den Saft des fruchtbaren Bodens nicht mehr streitig, und die Pflanzung gewinnt allmälig eine Form. Der Garten umgibt das Haus, die Negerhütten erhalten Bewohner, wie die Hürden, deren Geblöck sich jeden Abend mit dem Gesänge der treuen Begleiterin des Menschen, der Spottdrossel, vermischt, die ihr Nest in den der Thür am nächsten stehenden Lilas aufgeschlagen und ihren Lieblingssitz aus der Thürschwelle hat. Schon fahren aus den benachbarten Flüssen Piroguen, Böte mit Jägern, die auf Entdeckungen ausgehen, am Ufer sich lagern, und der Familie Wildpret liefern. Die Umgegend wird recvgnoscirt, Wege geebnet, und der erste Ansiedler wird Herr der Landschaft, .König, Obrigkeit und Bürger, er stellt die Republik dar, bis ein neuer An- bauer sich neben ihm niederläßt. Mehre folgen und der große Staat des Sternenbanners hat eine neue Landschaft der riesigen Natur der Tropen abgewonnen.
Bilder ans der deutschen Vergangenheit.
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Leben der Geishirten in der Schwei z.
Der alte Wandertrieb der Schweizer hat von je eine große Anzahl derselben in merkwürdige und abenteuerliche Lagen geführt, und wenn viele in dem harten Kampf um das Leben sich verloren, so ist doch auch die Zahl sehr groß, welche dabei ihren Charakter stählten und endlich in der Fremde oder der Heimath sich eine tüchtige Eristenz schufen. Von mehren solchen Männern, auch aus frühern Jahrhunderten, haben wir Beschreibungen des eignen Lebens, die zu dem Interessantesten gehören, was unsre Literatur von solchen Aufzeichnungen besitzt. Eine öfter gedruckte ist die Selbstbiographie von Thomas Plater. (Im Folgendeil ist die Ausgabe von Baldinger, Marburg 1793 benutzt).
Thomas Plater, um das Jahr 1499 iu einem Gebirgsthale von Wallis geboren, der Sohn sehr armer Eltern, war erst Hirtenknabe, zog dann als fahrender. Schüler durch ganz Deutschland bis Berlin, unter den größten Entbehrungen und'den kläglichsten Abenteuern, lernte mit einem unerhörten Fleiß