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einen Antheil an den zu hoffenden Etatsüberschüsfen erhalte. Dies wird sein Interesse mit dem der Commune identificiren. Er wird strenge darauf achten, daß der garantirte Etat nicht überschritten werde, er wird sich sorglich davor hüten, die Stadtk.isse in Gefahr zu setzen, er wird auch klug darauf bedacht sein, dem „großen" Publicum den nöthigen Gefallen zu thun und ihm sein Institut lieb zu erhalten. Und wahrend sein fester Gchalt, sein Ehrgeiz und seine resprctable Stellung, .während die Sicherheit und Dauerhaftigkeit seiner Bühne ihm möglich machen, mit Ernst und Haltung für die Interessen der schönen Kunst zu arbeiten, wird die Rücksicht auf den eigenen Vortheil ihn bestimmen, auch den städtischen Kassen Ausfälle zu ersparen.
Unter solchen Umständen wäre es allerdings möglich, noch jetzt ein ehrenwerthes und tüchtiges Stadttheater herzustellen. Aber was hier und öfter in diesen Blättern und schon oft und gut anderswo gesagt und gepredigt worden, das — fürchten wir, — wird ungehört und ohne Nutzen verhallen. Denn noch sind in Deutschland die städtischen Magistrate diejenigen Collegien, von welchen die Kunst und insbesondere das Theater bis jetzt am wenigsten Förderung erfahren hat.
Bilder ans der deutschen Vergangenheit.
i.
Der Reiterömann im schwarzen Bär bei Jena.
(5- März -IL^,)
Unter dem ersten Titel sollen in d. Bl. charakteristische Züge aus dem Lebeu bedeutender oder interessanter Menschen mitgetheilt werden, welche dazu dienen, das gemüthliche und gesellschaftliche Treiben vergangener Jahrhunderte dem Leser verständlich und werth zu machen. Vielleicht lwlsen sie hier und da eine historische Persönlichkeit, oder fernliegende Lebensverhältnisse der Phantasie unserer Dichter näher zu rücken, indem sie Bilder und Anschauungen von solchen Seiten der Vergangenheit geben, welche durch Geschichtswerke nur wem'g berücksichtigt werden. Vielleicht wird manches vergessene Buch dadurch dem Publicum empfohlen, vielleicht findet auch der Maler zuweilen in ihnen einen brauchbaren Stoff. — Diese Bilder erheben keinen weitern Anspruch, als den wahr zu sein, und zwar nicht im Sinne der Kunst, sondern vor den Augen der Geschichte. Sie sollen sämmtlich wortgetreue Mittheilungen nach handschriftlichen Aufzeichnungen oder weniger bekannten Büchern sein. Eine genaue Angabe der Quellen und einige kurze erläuternde Bemerkungen werden jedes Mal vorhergehn.
, Nur eine Veränderung des mitgetheilten Textes wird zuweilen unvermeid-