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vor kurzem auf eine so eclatante Weise bei den Communalwahlen ausgedrückt hat; und seine Zusammensetzung kündigt eine schwache und ungeschickte Verwaltung an. Nichts ist befremdlicher, einer konstitutionellen Regierung weniger würdig, als der Ursprung des gegenwärtigen Cabinets. Es ist aus einer Intrigue hervorgegangen, die in parlamentarischen Ländern bisher ohne Beispiel war. Mit der Bildung eines Ministeriums beauftragt, wandte sich Herr De- decker an den Herrn Vicomte V ilain XIV., der in seine Combination einzutreten jedoch förmlich verweigerte. Herr Dedecker suchte das ihm,fehlende Element anderswo, und eS gelang ihm, fünf Collegen für die Lenkung der Staatsbarke zu finden. Aber die Notabilitäten der Rechten verweigerten ihm ihre Unterstützung, und von Ohnmacht getroffen fiel Herr Dedecker, keineswegs der parlamentarische, sondern der ministerielle Neuling, unter dem Gewicht des Lächerlichen. Gezwungen dem Könige die empfangenen Vollmachten zurückzugeben, war er nicht mehr mit dein geringsten Mandat versehen, hatte er nicht mehr die Qualität, um ein Ministerium zu bilden. Jetzt vertraute der König die Vollmachten einem Mitgliede der Linken an; Herr Tesch, früher schon einmal Justizminister, war beauftragt, eine Verwaltung zu formiren. Die aristokratisch klerikale Partei, welche nicht im Gefolge deS Herrn Dedecker sein wollte, hatte indessen lebhaste Hoffnungen bewahrt, und ihre Organe verkündeten: daß die Chancen, eine wahrhaft conservative Verwaltung zu bilden, noch nicht erschöpft wären. Männer von der Rechten, Aspiranten nach den Portefeuilles, Kandidaten zu dem Steuerruder waren da, und sie erwarteten, daß man sie beriefe. Aber alle Hoffnungen verschwanden und die Wünsche scheiterten; eine liberale Verwaltung konnte das Resultat der Schritte des Herrn Tesch sein, und die klerikale Partei bedauerte es, Herrn Dedecker zurückgewiesen zu haben. Plötzlich waren die Dispositionen verändert, die klerikale Presse hatte andere Befehle bekommen; ihr grollendes Baßregister war verstummt, sie spielte nur noch in den versöhnlichsten Zauberflötentönen, und die Rechte erklärte sich bereit, ein Ministerium zu unterstützen, welches der Advocat und - Publicist, der Akademiker und Dichter, der hochachtbare Deputirte von Ter- monde, Herr Dedecker, bilden würde. Herr Vicomte Vilain XIV., der eS gänzlich und kategorisch abgeschlagen, sich Herrn Dedecker zuzugesellen, er gebot seinen Abneigungen Schweigen, er beherrschte seinen Widerwillen, und herablassend willigte er ein, das Portefeuille des Auswärtigen zu übernehmen. Es bildete sich eine Combination, und, nach dem arroganten Ausdruck des Journal de Brurelles, sie ward am lichten Tage zur Schau gestellt. Wer hatte die Rechte dazu autonsirt, diese Combination zu machen? Wer war derjenige von ihren politischen Männern, der Mandat hatte, ein Ministerium zu consti- tuiren? Keiner. Herr Dedecker hatte seine Vollmachten zurückgegeben, statt seiner hatte sie ein Mitglied der Linken empfangen, und Herr Tesch allein