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Umstände mag es zugeschrieben werden, daß der Raum seither für Gebäude unbenutzt blieb, wozu er eine passendere Stelle als irgendein anderer Platz bieten würde, denn ausgenommen die Serailspitze gibt es im engern Kreise der Capitale kaum einen -ähnlichen, die weiteste und herrlichste Aussicht erschließenden Punkt.
Ich hatte mich neulich zum Galatathurm begeben, um von einem der Leichensteine des Friedhofs aus den freien Umblick über Hafen, Meerenge, See und Stadt zu genießen. Die drei Wasserbecken, der Bosporus, das Goldhorn und Marmorasee liegen hier weithin ausgebreitet vor den Blicken; wäre es möglich, so würde man sich noch einige Fuß höher stellen, um über die niedrigen Schuhmacherboutiken hinwegzuschauen, die nach dem Berghang von Toppana (Top Haue) hin den Blick auf die Unterstadt und das diesseitige Ufer der Seestraße beschränken. Von den drei Stadtdreiecken sieht man nur die Spitze des Stambuler und Skutari. Aber in welcher überraschenden Nähe! Scheinbar unter unsern Füßen sehen wir das Leben des äußern Hafens; links ankert ein riesiger englischer Dreidecker; im Vordergrund sind es fünf gewaltige Steamer, die unsre Aufmerksamkeit auf sich ziehen: welche Bewegung am Bord; Vorräthe und Truppen werden aus- und eingeschifft; bis zu uns herauf schallen die Töne der Trommel und der gellende Ruf des Sprachrohrs. Weiter im Hintergrund endlich überschauen wir eine unabsehbare Reihe von Transportschiffen. Die Serailspitze allein ragt stumm und wie ein Ort der Verzauberung mit ihren Moscheenkuppeln, unter denen die der Aga Sophia, ihren Thürmen, Minarets und Pinienwipfcln in dieses bunte Gewühl hinein. Wo der räumlichen Lage nach der Verkehr und das geschäftige Treiben ihren Mittelpunkt haben müßten, herrscht Grabesschweigen. Der im türkischen Volke herrschenden Sage nach haben hier die Geister der frommen Janitscharen ihre Residenz, die Mahmud II. aus dem nahen At Meydan (Hyppodrom) niedermetzeln ließ. Sie halten Nachts ihre Umgänge, namentlich wenn der Sturm die Wellen hoch am Strand hinaufwirft und unter den Schlägen der brandenden Schaumwogen die Fenster im Sommerharem klirren.
Theater.
Agnes Bern au er. Ein deutsches Trauerspiel in fünf Auszügen. Von Friedr. Hebbel. Wien, Tendier u. Cvmp. —
Otto Ludwigs dramatische Werke. Leipzig, I. I. Weber. -I. Bd.: der Erbsörster. 2. Bd.: die Makkabäer. —
Wenn Agnes Bernauer das Werk eines unbekannten, vielleicht jungen Dichters wäre, so würden wir aus der einheitlichen Komposition, aus der ge-