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Max Waldau.
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Max Waldau.

Rahab. Ein Frauenbild aus der Bibel. Dichtung von Max Waldau. Hamburg, Hoffmann u. Campe, 1833.

Indem uns das neueste Werk des Dichters, Rahab, überschickt wurde, machte man uns zugleich darauf aufmerksam, daß wir bisher den Fehler be­gangen hätten, von einem so vielbesprochenen Schriftsteller keine Notiz zu nehmen. Wir wollen diesen Fehler so schnell als möglich gut machen.

Zunächst verweisen wir den Leser, der sich über sein Leben unterrichten will, auf das Conversationslericon. Er findet darin vollständige Auskunft selbst über die jugendlichen Schularbeiten. Der Dichter, der mit seinem wirk­lichen Namen bekanntlich Nichard v. Hau ensch ild heißt, ist 182A in Breslau geboren und lebt seit 18i8 auf einem Familiengute in Oberschlesten. Er hat außer seinen Hauptwerken, auf die wir hier näher eingehen, noch verschiedene lyrische Gedichte geschrieben, ein Elfenmärchen, Blätter im Winde, Canzonen:c., über die wir nichts sagen können, weil sie uns nicht zugänglich waren. Aus seinen größern Schriften haben wir das Resultat gezogen, daß er sowol Bildung als Talent in nicht gewöhnlichem Grade besitzt, daß aber beides eine falsche Richtung genommen hat, die theils den Einflüssen der Zeit, theils seinereignen Individualität angehört. In seiner Bildung ist er unfertig geblieben, weil es ihm mehr auf Masse der Gedanken und Beobachtungen, als auf Klarheit und Ordnung derselben angekommen ist, und sein Talent wird dadurch verkümmert, daß er alle Kunstform verschmäht, daß er bei seinen Gestalten auf excentrische Erscheinungen ausgeht, bevor er sich die normalen Verhältnisse des menschlichen Lebens klar gemacht, und daß er dieselben ganz im Sinn der romantischen Schule durch Analyse zersetzt, bevor er sie wirklich ins Leben gerufen. Einen Fortschritt zum Bessern vermögen wir in der Reihe seiner Werke nicht zu er­kennen; doch zeichnet sich das neueste Gedicht durch Stetigkeit und künst­lerische Abrundung bei weitem aus, und so scheint es, daß es für seine Fort­bildung zweckmäßig wäre, wenn er sich zunächst mit denjenigen Gattungen der Poesie beschäftigte, die durch ihre Natur eine strengere Concentration erheischen. Wenn er sich daran gewöhnt haben wird, die kritischen und literarhistorischen Grenzboten. I. 18LS. 11 »