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Briefwechsel Napoleons mit Joseph Bonaparte.
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eroberten Lande nicht abhold.Ich wünschte sehr, daß die Canaille in Neapel revoltirt; solange Sie nicht ein Exempel statuirt haben, solange werden Sie nicht Meister sein. Bei jedem eroberten Volke ist eine Empörung nothwendig. Ich würde sie in Neapel so ansehen, wie der Hansvater die Pocken bei seinen Kindern ansieht; wenn sie den Kranken nicht zu sehr schwächen, sind sie eine heilsame Krisis."

Wir schließen mit diesem Kernspruch die Skizze ab, die wir von Napoleons. politischem System zu entwerfen versucht haben; nicht nach den Schilderungen haßerfüllter Feinde, sondern nach Aeußerungen, die sein eigner Mund in ver­traulichen Stunden gegen seinen geliebten Bruder gethan hat, den er zu seinem Schüler erziehen wollte. Auf einiges von dem vielen Interessanten, was sonst dieser Briefwechsel enthält, sowie auf die praktischen Details der An­wendung dieses politischen Systems in Neapel und Spanien werden wir hei einer spätern Gelegenheit zurückkommen. Die nothwendigen Folgen konnte nur der Uebermuth eines durch den Besitz der Weltherrschaft berauschten Siegers übersehen. Wer nur durch Furcht regiert, wird mit seiner Macht den Gehorsam schwinden sehen, und seine Macht wirb schwinden, wenn sein Regentengenie auch so groß ist wie das Napoleons, der in erfinderischem Sinn und all­umfassenden Blick, unbeugsamem Willen und rastloser Thatkraft seinesgleichen keinen je finden wird, dem aber eines fehlte: Sinn für die ewigen Gesetze der Gerechtigkeit und der Sittlichkeit.

Die Leipziger Abonnementconcerte im Winter 185455.

Süs^-! M INI' 'sst ^ ^A'^ tt<'M^"'' !f/^ «^i>'nn Die erste Hälfte der Conccrtsaison ist mit dem zehnten Concert beschlossen. Ein prüfender Rückblick auf das,' was uns in derselben geboten worden ist, bestä­tigt in den wesentlichen'Punkten die Hoffnungen und Befürchtungen, welche beim Beginn der Concerte in diesen Blättern ausgesprochen wurden.

In der erfreulichsten Weise sind die Erwartungen erfüllt worden, welche an die Uebernahme der Direction durch Kapellmeister Rietz für diejenigen Leistungen geknüpft wurden, auf welche der Dirigent einen unmittelbaren und bestimmten Einfluß hat, die des Orchesters. Es liegt nicht in seiner Macht, gewisse Mängel sofort zu beseitigen, die aus unzulänglicher Besetzung, ungenügen­den Instrumenten und andren Ursachen hervorgehen, welche in den Verhältnissen

') Nnm. der Red. der Saison.

Den ersten Artikel brachten wir im vorigen Jahr, zu Anfallg