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nähme der einen Abhandlung, die wir bei Gelegenheit des vorigen Heftes gerügt haben, ist der ganze Inhalt desselben dem Zweck, die vaterländische Sitte nnd Literatur in allen Theilen des Volks bekannt zu machen, durchaus entsprechend und so können wir der Zeitschrist nur ein fröhliches Gedeihen wünschen. —
Wochenbericht.
Ans London, 20. October. — Wo nur Wien, das „gemüthliche" Wien, alle die Lügen hernimmt, mit denen es seit einiger Zeit den ganzen Westen versorgt! Bisher exportirte es nach England blos Meerschaumpfcifcn und Tabakröhren, zwei Artikel, mit denen es in gutem Credit stand. Den Credit für seine telegraphischen Neuigkeiten dagegen hat man ihm rasch gekündigt. Wenn ausWicn wieder gemeldet wird, daß Sebastopol gefallen ist, trinkt kein rechtschaffener Engländer mehr eine Flasche Port auf diese Botschaft hin. Dabei find die Wiener Depeschen so parteilos lügenhaft: bald melden sie, Sebastopol sei so gut wie geliefert, bald überraschen sie uns mit der gemüthlichen Botschaft, die einem das Haar zu Berge treibt, Osten-Sacken sei mit 40,000 Mann längst über Pcrekop hinaus, und dann wehe den braven Soldaten Englands nnd Frankreichs. Kein System, keine Parteinahme im Lügen — das ist unverzeihlich.
Die ausführlichen Berichte unsrer, englischen Berichterstatter, die wir seit gestern hier in Händen haben, sind, wenn auch nicht weiter als bis zum 3. October reichend, doch mehr werth als alle telegraphischen Vorläufer. Man weiß doch, woran man ist. Diese englischen Korrespondenten sind prächtige Menschen. Wenn auch hier und da ein Sohn des grünen Eilands unter ihnen seiner Phantasie ein wenig die Zügel schießen läßt, und die Dinge so ausmalt, wie sie sich ihm am Boden seines sechsten Gläschen Whisky abspiegeln, wenn der eine auch, aus tvristischen Prin-> cipicn mehr Partei als billig ist für Admiral Dundas nimmt uud Napier dagegen einen mauldreschenden Thuuichtgnt schimpft — — im ganzen sind ihre Berichte doch verläßlich, wenigstens ebenso getreu als die des Pariser Moniteurs. So ein englischer Korrespondent verläßt Weib und Kind, packt ein großes Schreibzeug und ein kleines Klciderränzel zusammen, sagt seinen Freunden goacl bz-v und treibt sich ehrlich aus Schlachtfeldern, in Laufgräben, aus Schiffsvcrdecken, in Cholcraspitälern herum, schreibt gewissenhaft, was er gesehen und gehört, und wenn er ersäuft, erschossen, erstochen wird, nun dann ist er todt wie ein andrer Mensch, und wenn er mit heiler Haut zurückkommt, dann ist er auch wieder da wie ein andrer Mensch, bringt höchstens aus fremdem Lande einen Schuurrbart, das theure, Laster des Tabakrauchens und ein Heft voll Notizen mit; daraus schreibt er sich ein Buch zusammen, gut oder schlecht wie crs eben versteht, und sucht sich einen Verleger. Wohl dem, der einen findet. — Er selbst tritt wieder in den Stab seiner Zeitung znrück. Nachdem er ein Jahrlang lange blutige Schlachten, verwickelte Manövers, Heldenthaten, Scestürme und diverse Bombardements geschildert hat, ruht er sich
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