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(das nebenbei den Vorzug ungewöhnlicher Billigkeit hat) macht einen durchaus wohlthuenden Eindruck und sollte in keiner Frauenbibliothek fehlen. — Zwei vortreffliche Portraits, die heilige Elisabeth und die Königin Louise von Preußen, verzieren die Sammlung. —
Norddeutsche Frcihcitö- und Helden kämpfe. Zur Kenntniß deutsche» Lebens,uud zur Beförderung vaterländischen Sinnes bei Juug und Alt. Vou I. E- Krägcr. "I. Thl. Leipzig. Bremdstetter. —
Der Zweck ist löblich, die Ausführung wenigstens im ganzen gelungen. Unser Interesse für die norddeutsche Bildung geht freilich nicht soweit, daß wir ihr eine abgesonderte historische Darstellung wünschten; aber in der Form von Skizzen auf die eigenthümliche Vorgeschichte des niedersächsischen Stammes aufmerksam zu machen, die man bei den herkömmlichen Kaiser- und Reichshistorien zu vernachlässigen pflegt, kann die Vaterlandsliebe nur fördern. Aus der Zeit des frühen Mittelalters hätte sich der Herausgeber manches, was in die allgemeine Geschichte gehört, ersparen können; destomehr befriedigt die Auswahl in den spätern Partien, namentlich die Zusammenstellung der Freiheitskämpfe des Landvolks gegen Fürsten und Städte. In der stilistischen Behandlung Hütten wir mehr Einheit gewünscht; an sich ist' gegen die Benutzung anderweitiger Geschichtschreiber nichts einzuwenden, aber der Bearbeiter muß auch das Fremdartige in die Farbe seiner eignen Auffassung zu tauchen verstehen. —
Pariser Brief: die Journalisten.
Vor einigen Jahren, wenn eS sämmtlichen Feuilletonisten von Paris eingefallen märe, den guten Franzosen einzureden, daß der Himmel grün ist und die Bäume blau, sie hätten ihre Phantasie durchgesetzt. Der Bourgeois von Paris hätte ganz verwundert üver die neue Entdeckung zum Fenster hinausgeguckt, er hätte sich wol einen Augenblick erlaubt, zweifelnd den Kopf zu schütteln, aber seine Widerspenstigkeit würde nicht von langer Dauer gewesen sein, er hätte sich gefügt und den grüneü Himmel und die blauen Bäume hingenommen wie viele andere Paradoxa auch. Die geistreiche Presse hat seinem ästhetischen Gesühle nicht geringere Ungeheuerlichkeilen aufzudringen gewußt. Daö war eine schöne Zeit, wo die Presse noch eine wirkliche, vor allem eine moralische Macht bildete, wo das Publieum im paradiesischen Zustande naiver Gläubigkeil sich befand und noch nicht vom Baume der Erkenntniß gegessen hatte. Die französische Schriftstellern war noch nicht Industrie geworden, es war noch