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Fahrt nach dem englischen Lager bei Skntari.
Den 23. Mai.
Ich komme eben von dem Besuch des englischen Lagers bei Skutari, gegenüber Konstantinopel, zurück. Der Ausflug war mehrmals schon früher von mir beschlossen gewesen, immer indeß traten Hindernisse, meistens geschäftliche Abhaltungen, dazwischen. Heute Morgen endlich wußte ich mich von jeder Verbindlichkeit, welche mich hätte zurückhalten können, frei, füllte meine Börse mit der nothwendigen kleinen > Münze, steckte ein Fernglas in die Tasche und schlenderte die schmale und schmuzige Straße, welche von der großen Rue de Vera, an der östreichischen Gesandtschaft und sonst weiter nach Tovvana führt, hinunter. Der Frühling ist eben in seiner höchsten Pracht entfaltet; die Kugelakazien vor dem Palais des Herrn v. Brück strotzen in unvergleichlicher Ueppigkeit, und allerwärts wo ein Baum hinter den türkischen Häusern des letztgenannten Stadttheils hervorschaut, empfängt man den Eindruck einer von der Südlage gekrästigten Vegetation. Toppana grenzt unmittelbar ans Meer. Es ist der Punkt, wo bei weitem die meisten Boote, welche entweder Reisende vom Bord der Schiffe oder Einwohner des jenseits dem Hafen gelegenen Stambuls, oder endlich der asiatischen Schwesterstadt Skntari ans perotische Ufer zu führen haben, landen. Viele Skellen oder Anlandegerüste springen dort ins Meer hinaus und rechts und links an denselben stehen in langen Reihen, mit dem Schnabel dem Ufer zugekehrt, und zum. Theil auf demselben grundend, die schmucken Kaiks, leichte Kähne, wie man sie hier zur Beschiffung des goldenen Hornes und des Bosporus gebraucht. Sie sind außerordentlich schlank und zierlich und werden zumeist nur von einem einzigen Ruderer (der Kaikschi) regiert. Derselbe sitzt der Richtung, nach welcher er hinsteuert, den Rücken zuwendend, auf einer schmalen Nuderbank, indeß der Passagier sich auf dem Boden des Fahrzeuges, wo nicht allzu saubere Polster zu liegen pflegen, niedersetzt, letzteres, damit der Schwerpunkt nicht zu hoch gerückt wird. Um nicht umzuschlagen, muß man genau die Mitte halten. Reiches oder wenigstens geschmackvolles Schnitzwerk bedeckt das Innere Und die beiden Schnäbel des Kaiks, welches so scharf gebaut ist, daß ein einziger Ruderer mit zwei Riemen (Nuder) es mit überraschender Schnelligkeit zu bewegen im Stande ist.
Wie gewöhnlich empfing mich an der großen mittleren Skelle (Anlandeplatz) zu der ich meinen Weg genommen, eine Schar um Passagiere werbender Kaikschi, von der ein jeder sein Fahrzeug bestens anpries. Kapitän! Lsnim KaiK pek t.<zwi8 — Capitän, mein Kaik ist sehr reinlich! hieß es von allen