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centrirte Form, durch Melodie der Sprache und Bedeutung des Inhalts in die Reihen unsrer besseren lyrischen Gedichte eintreten könnte. Aber ebenso haben wir in dieser unendlichen Masse auch nur sehr wenig gefunden, die vollkommen unpoetisch wären. Wenn wir bedenken, daß Elisabeth in der kurzen Zeit ihres Lebens außer dieser ganz unglaublichen, poetischen Beschäftigung auch noch dem Studium Mehrer alteu und neuen Sprachen mit Eifer und Erfolg obgelegen hat> so können wir ihrer Begabung unsre Anerkennung uicht versagen. In ihren Dichtungen, die durch die ununterbrochen fortgehenden siebensilbigen ungereimten Verszeilen einen etwas einförmigen Charakter annehmen, finden wir eine sehr lebhafte Empfänglichkeit für das Leben der Natur, eine außerordentliche Gabe, die massenhaft aufgenommenen äußeren Eindrücke schnell zu combiniren und unter einen wesentlichen Gesichtspunkt zu befassen, ein warmes und tüchtiges Gemüth und eine Sprachgewandtheit^ die grade deshalb etwas Bedenkliches hatte, weil es.zu allzuleichtem Produciren anregte. Hätten ihre Erzieher den Flnß ihrer Ergie- ßuugeu einigermaßen gehemmt, statt ihn zu förder», es' würde auf ihre Kunst wohlthätiger eingewirkt haben. Poetischer Inhalt ist genug und übergenug darin, nicht blos poetisch in dem gewöhnlichen Sinn, sondern individuell aufgefaßtes, durch Inspiration aufgenommenes wirkliches Leben; in dieser Beziehung könnten wir unter den deutschen Dichtern nnr Nückert mit ihr vergleichen; allein die Knust der Formen im höheru Siune, welcher dem leichten Fluß anmuthiger Gedanken und Empfindungen erst den Charakter der Nothwendigkeit verleiht, hat ihr fast ganz gefehlt und wir zweifeln daran, daß etwas von ihr zu den Denkmäler'» der deutschen Poesie in spätern Zeiten wird gerechnet werden. —
Wie wird Rußland den VertheidigungsVrieg gegen die
Westmächte führen?
Konstcmtinopcl dc» 17. April.
Vor zehn oder zwölf Jahren fand ich in einer Berliner Militärbibliothek einen starken Octavband, ans dessen Titelblatt, so weit ich mich erinnere, die Worte: „Militärische Monographien" zn lesen waren. Das Bnch enthielt eine Anzahl Aufsätze verschiedentlich^ Inhalts; mehre davon betrafen Rußland und namentlich zog einer derselben meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Ein praktischer Soldat, wie es scheint von weitem Blick und klarem, scharfem Urtheil, behandelt darin die einzelnen Kriegsfälle, in welche Rußland gerathen könne und entwirft in großen Zügen die Pläne, nach denen man unter gewissen Voraussetzungen zäri- scherscits zu agireu veranlaßt sein dürfte. Auch der Krieg gegeu England nnd