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Vom Lech. 1.
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jedem Wochentage. Bei so häufiger Gelegenheit gibt es Reibungen; die Gegner sehen sich, die eckigen Glieder stoßen sich schon absichtslos und aus Versehen im Gedränge, der Trunk schürt die Hitze und so entstehen im Nn jene bedauerus- wcrthen Verbrechen. Eine Kirmes gilt nicht für recht lustig, wenn nicht ver­schiedene Prügeleien vorfallen und einer todtgeschlagen wird. Im höchsten Jnbcl rufen die Bauern:heute ists sakrisch lustig, heute muß noch einer hin­werden!" und niemand entsetzt sich darüber. Vielmehr umhüllt die dämonische Lnst sich und andere mit einer unheimlichen Gleichartigkeit. Auch diese finden wir hier zu Lande ganz in der Ordnung und unbegreiflich ist dabei nur, wie H. W. Niehl, welcher Land und Lente so vortrefflich beobachtete, entschuldigend sagen kann, das ist etwas zu viel Natur, aber doch eben noch Natur! Denn wenn er diesen Rvhheiten den Meineid , die Fälschung uud den Betrug anderer Stämme entgegengesetzt, so sieht es fast aus, als wenn diese in Altbaiern und Schwaben nicht auch in Menge vvrkämen.

Zur Geschichte des Sectveffens von Sinope.

Konstantinopel, den 20. Februar 1854.

Bei dem großen Interesse, welches dieser gewaltige Zerstörungsact allerseits in Europa erregt hat, wird es Ihnen nicht unlieb sein, wenn mein heutiges Schreiben Ihnen Gelegenheit gibt, Ihren Lesern einige in weiteren Kreisen noch wenig gekannte Details desselben mitzutheilen..

Eine Beschreibnug der Oertlichkeit des Kampsplatzes glaube ich nicht geben zu dürfen, indem die meisten Specialkarten der Nordküste Kleinasiens eine ziem­lich klare Anschauung davon zu verschaffen im Staude sind, uud sodanu seiner Zeit die deutschen Zeitungen nicht minder wie die anöländischen, lichtvolle Erlän- ternngcn dazu geliefert'haben. Wie Sie sich erinnern werden, waren es zwölf Kriegssahrzeuge, worunter sieben Fregatten, welche am 30. November von einer überlegenen russischen Flvtteuabtheilung augegriffen ich sage absichtlich nicht überfallenwurden. In dieser Vvllzahl war jedoch das türkische Geschwader nicht gleich anfangs in der Bucht vvu Siuope versammelt; im Gegentheil gingen zuerst nur fünf Fregatten dort vor Anker; der Nest der Schiffe kam später. Die erste Kunde vvu der Auweseuheit einer osmanischen Eöcadre bei Sinope-Kale erhielten die Nusseu durch die Mannschaft des am . 12. November vomWla­dimir" gekaperten türkischen DampfersMedari Tidscharet". Die Meldung da­von ging zunächst nach Odessa. Inzwischen hatte sich bas, zu Siuope aukttude Geschwader im gauzeu auf zwölf Fahrzeuge verstärkt. Die Aufstellung war da­mals nur ein Knäuel, und so wenig zum Widerstand geeignet, daß für den Fall