Beitrag 
Isegrimm, Roman von Wilibald Alexis.
Seite
321
Einzelbild herunterladen
 

Jfegrimm, Roman von Wilibald Alexis.

Jsegrimm, vaterländischer Roman von W. Alexis (W. Häring), 3 Bände. Berlin,

C. Barthol, 18öi.

Wenn es möglich wäre, daß kräftiger Freimut!), Liebe z»m Vaterlands und ein feuriges Gefühl für Preußens Ehre, daß diese guten Eigenschaften eines Preußischen Mannes, den von ihm geschriebenen Roman zu einem schönen Kunstwerk machen könnten, so wäre der nene Noman ein vollkommenes Werk. Denn es ist kaum möglich, mit mehr Wärme den Staat der Hohenzollern und seine hohe Aufgabe zu vertreten, als der Verfasser gethan hat. Sehr bereitwillig sei ihm hier die Freude darüber ausgesprochen.

Der Roman steht in einer lockeren Verbindung zu dem früheren des Dichters. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht", den er der Zeit nach fortführt. Dieselben Politischen Verhältnisse bilden den Hintergrund und einige Personen sind beiden gemeinsam. Eine Continuität zwar nicht der Begebenheit, aber der Gesinnung und Tendenz ist in all seinen märkischen Romanen zn erkennen, nndder Ro­land von Berlin",der salsche Waldemar",die Hose» des Herrn von Bred ow" undder Wehrwolf" bilden zusammen ein großes historisches Tableau der älteren Zeit, welchem Cabanis nud die beiden oben genannten als Schilderungen des letzten Jahrhunderts gegenüberstehen. Der Kunstwerth dieser Romane ist verschieden, aber derselbe kräftige patriotische Sinn, ein gesunder wärkischer Stolz auf den Staat der Hohenzollern geht durch alle. In allen stnden sich gemeinsame Vorzüge, die bekannten Virtuositäten des Verfassers, eine wirksame, oft vortreffliche Schilderung der märkischen Landschast.und der menschlichen Eigenthümlichkeit, welche ihr entspricht. Die Oede der sandigen Heide, die heiße Luft des Kieferwaldes am schwülen Sommertag, der märkische Landsee im Gebüsch versteckt, die weite Ebene, das Torfmoor, Himmel und Hügel, Luft und Wasser sind in der Regel mit großer poetischer Kraft dargestellt und ihre Be­schreibung sehr glücklich benutzt, Stimmungen hervorzubringen. Auch die Menschen, Grenzboten. I. 4 86i.