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verknüpft ist wie im Mittclalter, das erfahren wir nicht. Es erscheint uns also in dieser individuellen Begebenheit das Meiste nnwahrscheinlich, während die allgemeinen Darstellnngen uns vollkommen überzeugen und befriedigen.
Ein Fraueulebcn, Roman von Elise Pvlko. 2 Bände.' Leipzig, Schlicke. — Was wir von einem Fraucnrvman zunächst erwarten, wenn wir uns für ihn intercssiren sollen, ist Jngennitat der Empfindung. In Her Regel lieben es die Frauen, in das Geschäft der Männer einzugreifen, über Gott, Natur, die Geschichte und andere Dinge zu philosvphircn, woraus in der Regel sehr unbefriedigende Dinge hervorgehen. Diesen Fehler hat die Verfasserin ziemlich vermieden. Zwar kommen auch einige Unterhaltungen über Literatur und ähnliches vor, die nicht grade nöthig waren, im ganzen aber 'bezieht sich die Darstellung auf Empfindungen und Anschauungen, die ihr lebendig und gegenwärtig sein konnten. Fräulein Vogel war früher anch in Leipzig als vortreffliche Sängerin bekannt; sie hat Gelegenheit gehabt, die Licht- und Schattenseiten einer künstlerischen Thätigkeit lebhaft zu empfinden, und stellt sie mit klaren und überzeugenden Farbe» dar. Zu loben ist außerdem, daß sie gegeu.die Capricen eines weiblichen Herzens, die freilich in etwas überreichem Maße auftreten, keineswegs wehrlos ist, daß sie durch ihren Verstand und ihr Gewissen dieselben in das rechte Licht z» stellen sucht. Zu loben ist ferner, daß sie den an sich etwas unerfreulichen Stoff, die Uebelstaude einer übereilten Künstlerehe, mit so wenig Sentimentalität bebandelt, als irgend möglich war. In der Form herrscht noch eine gewisse Zerflvssenheit; die Verfasserin hat noch nicht gelernt, was die Seele fieberhaft bewegt, iu einen scharfen und prägnanten Ansdruck zusammenzudrängen. Obgleich ihre Darstellung nicht eigentlich breit ist, so vermißt man doch die gemessene, in dieAugen springende Gestaltung.
Die französische Revolution von Lamartine.
I^ss eansMugMs plrr äs I^martwe. 2 Bände. Brüssel und Leipzig, Kießliug u. Comp. — Der 2. Band dieses Werks ist sehr schnell ans den ersten gefolgt, den wir vor kurzem besprochen haben. Er übertrifft denselben bei weitem. Zwar ist anch hier an eine originelle Feststellung der Thatsachen nicht zu denken und wir müssen uns hänsig fragen, warum eigentlich alle diese Geschichten,. die uns aus ebenso guten Darstellnugeu schon früher bekannt waren, hier noch einmal erzählt werden. Allein der Inhalt dieses Bandes, der die Zeit von der Erstürmung der Bastille bis zum Octoberzng der Pariser nach Versailles umfaßt, bietet dem Verfasser eine viel reichhaltigere Gelegenheit, sein descriptives Talent anzuwenden. Die großen Volksscenen sind mit unnachahmlicher Grazie erzählt,