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Calderon in Deutschland.
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Monismus mit dem protestantischen Princip der Rechtfertigung durch den Glau­ben genauer zusammenhängt als mit dem katholischen der Rechtfertigung durch di,e Werke; wir wollen zugeben, daß die Uebertreibung des ersteren ebenso ungesunde Früchte getragen hat, als die Uebertreibung deö letzteren, ober was würde Herr von Schack denn dazu sagen, wenn gleichzeitig mit Calderon ein großer prote­stantischer Dichter gelebt und das Princip der Hexenprocesse ebenso schamlos vcr- finnlicht hätte, als Calderon das Princip der Werkheiligkeit in derAndacht zum Kreuz", imFegefeuer des heil. Patrizius u. f. w." Wir Protestanten wür­den doch die ersten sein, die von einem solchen Dichter sagten, seine Weltan­schauung sei abscheulich nud verrucht, und in Beziehung auf einen katholischen Dichter soll uns so etwas verwehrt sein? Man verwechsele ja nicht den reflec- tirten, jesuitischen Katholicismus des -17. Jahrhunderts mit dem Katholicismus des Mittelalters, der uus ebenso gut angehört, als den heutigen Katholiken. Daute kann die eine Kirche noch so gut.verstcheu wie die andere, denn in ihm sind die Gegensätze noch gebuudeu, aber Calderou ist eine Empörung gegen das ausgesprochene Wort. Für unsern Glauben ist die Zeit der Hexenproceffe ein unheimlicher, dunkler Theil unserer Geschichte, den die gesammte Kirche- verleugnet, von der äußersten Orthodoxie bis zum äußersten Rationalismus. Sobald die ka­tholische Kirche die Werkhciligkeit, d. h. die Rechtfertigung der Sünde durch kirch­liche Acte, durch Fasten, Geißeln, Almosengeben, vor dem Kreuz knien, eine ge­wisse Anzahl Gebete hersagen und dergl., ebenso entschieden uud allgemein ver­leugnen wird, werden wir im Stande sein, uns ihre» Dichtern gegenüber liberal zu verhalte», deun dann werden sie aufhören, uus iu gefährlicher Gegenwart zu drohen. Das Neueste über Calderon ist in der Geschichte der spanische» Li­teratur von Tickneor, von dem wir Deutschen eine vortessliche, mit zahlreichen Zu­sätzen bereicherte Uebersetzung von Julius besitzen. Der amerikanische Prote­stant ist fester in seinem Glauben und Gewisse», al^s unser Landsmann, er läßt sich von dem Zauber der Caldervnschen Poesie nicht blenden uud eifert auf das ernstlichste gegen das sittliche Princip, während er die Kunst vollständig an­erkennt.

Die mecklenburgischen Finanzen.

Mecklenburg ist ein so eigenthümliches und sonderbares Land, daß fast keine Seite seines öffentlichen Lebens der allgemeinen Physiognomie des Jahrhunderts im mindesten ähnlich sieht. Sein Verkehr mit dem Auslande ist so frei, daß au der Grenze nicht einmal nach Benennung, Maß und Werth der Waaren gefragt wird, welche herein- und hinauswandern. Sein innerer Handel ist dagegen dnrch