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Neue historische Schriften.
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auch zu verstehen, dieses übrigens sehr lesbar geschriebene Buch ein unentbehr­liches Handbuch sein wird. Anspruch ans höhere historische Bedeutung macht der Verfasser nicht, aber da er seit einer Reihe von Jahren der spanischen Geschichte die unausgesetzteste Aufmerksamkeit gewidmet hat und daher seines Stoffes voll­ständig Herr ist, so ist ihm leicht geworden, das Wesentliche von dem Un­wesentlichen zu scheiden uud uns ein zwar leicht entworfenes, aber verständig gruppirtcs und in allen Theilen wohl zusammenhängendes Bild zu geben. Auch die Einleitung, die bis in die Napolconische Zeit zurückgreift, um in den Vor­aussetzungen, ans die man bei den spätern Ereignissen nothwendig zurückkommen muß, eine gewisse Vollständigkeit zu erreichen, gibt eine vortreffliche Uebersicht der 36 Jahre, die dem eigeutlicheu Anfange der Geschichte vorausgehen. Noch ein anderes und in unserer Zeit sehr anerkennenswertheö Verdienst hat daö Buch, es vertritt nämlich mit ehrlicher und wohlthuender Wärme das constitntionelle Princip., das von den Modeschriftstellern unserer Tage, sowol von den Demo­kraten als von den Absolntisten, so geru zum Gegenstand wohlfeiler, aberwitziger Spöttereien genommen wird. Der Verfasser ist keineswegs ein Doctrinär, son­dern er geht überall von praktischen Gesichtspunkten ans, er kommt aber, wie jeder verständige Praktiker, zu dem Resultat, daß die richtige Theorie und die richtige Praxis immer Hand in Haud gehen müssen.

Wochenbericht.

Ans Berlin: Die Amerikaner und die Pforte. Die vorsichtige Politik des englischen Cabinets, die orientalische Verwickelung durch gemeinsame Verhandlungen der europäischen Cabinete zu lösen, Preußcu und Oestreich zu Theiluchmeru einer diplo­matischen Operation zu machen uud dadurch sowol eine» europäischen Krieg zu ver­meiden als Rußland zu isoliren, ist durch deu Zufall aus ciue Weise gefördert worden, welche gleichwol selbst der englischen Negierung unwillkommen ist, so sehr'dieser Zufall zu einem schnelle» Eiuveruchmcu der vermittelnden Mächte beigetragen habe» mag.

Was als Gerücht bereits durch die Zeituugcu ging, daß Amerika entschlossen ist, seine Rolle iu den europäische!, Wirren zu spielen, berichte ich Ihnen als ein sicheres Factum. Die Diplomatie der Vereinigten Staaten hat in der kurzen geschäftlichen Weise der amerikaiiische» Politik der Pforte die Aussicht eröffnet, ihr als KriegSsnbsidie die ganze Summe, die sie durch eine Anleihe in Paris und London ohne große Hoffnung aus glückliche» Erfolg zu erlangen sucht, zur Disposition zu stellen. Ja noch mehr als diese Summe, wenn die Pforte den Vereinigten Staaten als Gegenleistung ciue Jusel im Archipel mit geeignetem Hafenplatz als Station sür Kriegsschiffe abtreten wolle. Für die türkische Regierung hat dieses Auerbieteu vieles Lockende. Unter all den eigennützigen Freunden, welche sie umgeben, ist keiner, der nicht im Stille» seine Speculatiou auf de» Untergang seines Clienten einrichtete und sich nicht als sein Erbe Grenzboten, IV. ->8SZ. KS