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Aesthetische Streifzüge.
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Nur in einem Punkt müssen wir von ihm abweichen, und dies wird umsomehr befremden, da es der am häufigsten ausgesprochene und fortwährend wiederkehrende ist. Der Verfasser legt nämlich mit Recht ei» großes Gewicht auf die Rein­haltung des Stils, in dieser wie in jeder andern Kunst. Die Individualität des Stils aber identificirt er mit der Nationalität, nnd darin liegt ein Irrthum. Die Einheit eines Kunststils hängt allerdings mit den nationalen Eigenthümlich­keiten zusammen, wie überhaupt jede Leistung eines Volks, hauptsächlich ent­wickelt sie sich aber in der Einheit der Schule; wo diese einmal unterbrochen ist, kann sie nicht knustlich wiederhergestellt werden. Alles was wir leisten wird ein nationales Gepräge haben, denn wir können in der Kunst ebensowenig als im Leben aus unserer Haut heraus; aber eiueu praktischen Einfluß wird diese Be­trachtung nicht haben. Albrecht Dürer liegt uns ebenso fern, oder noch ferner, als Nafael und Rubens; wenn wir nach Vorbildern aus der alte» Zeit suchen, so werden wir nicht nach ihrer Nationalität fragen, sondern nach ihrer Ueber­einstimmung mit sich selbst nnd mit den Gesetzen der Kunst. Ein Kunstwerk will ans sich selbst beurtheilt seiu, uicht durch Vcrgleichungeu mit anderweitigen natio­nalen Leistungen. Der Verfasser fühlt das im Grunde auch selbst, denn nachdem er lange auseinandergesetzt, daß Gallait und die übrigen von ihrem nationalen Standpunkt recht haben, daß aber der Deutsche ihueu ein eigeues Kuustideal entgegensetzen müsse, stößt er doch auf die Frage: (S. 36) ,,ob uicht eine Ursache des geminderten Gallait-Enthusiasmus darin zu finden sei, daß dieses blutige Schaugericht des patriotischen Virtuosen uicht allein gegen deutsche Kuustgruud- sätze, sondern auch gegen den gesunden Geschmack verstoßt." Warum nicht mit dieser Frage, die doch zunächst liegt, und die sich einfacher lösen läßt, als die sehr verwickelte Untersuchung, ob etwas national ist oder nicht, beginnen, anstatt zuerst einen Umweg zu machen, der doch zu keinem bestimmten Ziel führt? Jeder handle nach seinem künstlerischen Gewissen, dauu wird sich schon ein nationaler Stil finden; ihn aber als solchen suchen, ist verlorene Mühe.

Aus England.

Jede neue aus dem Nordpvlarmeere kommende Nachricht macht das Auffinden des nun schon seit sechs Jahren vermißten Nvrdpolreisenden, Sir John Franklin, unwahrscheinlicher. Der neneste Ankömmling aus jenen nnwirthlichcn Meeren ist Commandeur Jnglefield vom Schiffe Phönix, der Depeschen von Sir E. Belcher, Capitain Kellet nnd M'Clnre überbringt, nnd wenigstens den Besorgnissen über daö Schicksal der den Vermißten auf­suchenden Schisse uud uameutlich des Jnvestigator, Capitain M'Clurc, von dem