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Neue Lyrik.
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schen, englischen, italienischen, spanischen und portugiesischen Gedichten, aus ver­schiedener Zeit und von verschiedenem Inhalt. Die Uebersetzung ist fast durch­weg sehr gelungen; die Sprache ist poetisch und reiu, als ob man es mit Ori- ginalgedichteu zu thun hätte, und die Auswahl verständig. Die Kaiserslinde ist bei Gelegenheit der Vermählung des Herzogs von Brabant mit der östreichischen Erzherzogin gedichtet, und feiert das Verhältniß zwischen den beiden erlauchten Häusern. Die komischen Reimereien sind sür das größere Publicum eingerichtet. Es ist sehr viel gute Laune darin und wenn die Sprache nicht ganz correct ist, so liegt das am Ende am Gegenstande.

Aus Konstantinopel.

29. August.

Der Tag, welcher die orientalische Frage endlich zur Entscheidung briugen wird, kann nicht mehr fern sein. Wie Sie wissen, hatte die Pforte auf die letzte Proposition der Großmächte (üs äato Wien vom 3. und 6. August) eine ab­lehnende Erwiderung gegeben. Derselbe wurde höchst wahrscheinlich am 20. (August) gleichzeitig nach Wien, London und Paris gesendet, und, von ersterer Hauptstadt aus, nach Petersburg übermittelt. Sie kann demnach in diesem Augen­blicke bereits an der Newa eingetroffen sein. Ob das hiesige Ministerinm seiner­seits einen Ausgleichnngsentwurf beifügte, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. (Ist bereits von uns im vor. Heft besprochen. Die Red.) Wäre letzteres der Fall, so käme es darauf an: ob Rußland sich den Propositionen der Pforte geneigt zeigen wird; wogegen unter der ersteren Voraussetzung die Propouirung eines neuen Arrangements seitens der Großmächte erwartet werden müßte. Nach den gemachten Erfahrungen würden hierzu nur drei Wochen und zum Befördern des Vorschlages von Wien hierher, sowie zur Rücksendung mindestens vierzehn Tage gehören. Darum ist es wahrscheinlich, daß der Knoten sich im October lösen wird. Daß er es überhaupt werde, daran zweifeln hier nur die fanatischen Musel­männer, die Freunde Rußlands und einige Emigranten, also die Leute des Extrems.

Man kann nicht leugnen, daß die Haltung der Pforte im Verlauf der ganzen Krisis eine würdige gewesen ist. Mag man es immer zähe Indolenz nennen (siehe östreichische Blätter), was die Türken bewogen, so fest an ihrem guten Recht zu halten: ihre Wirkung hat diese Festigkeit nicht verfehlt, und sie hat ein Beispiel hingestellt, welches sür manches europäische Land und für die Lenker manches civilistrten Staates mnstergiltig heißen könnte. Welch ein Unterschied zwischen der Geschichte dieser letztern Tage und der jener Zeitspanne, in welcher Polens Geschicke zur letzten Entscheidung kamen!