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Neue Dramen.
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das Todesurtheil gesprochen ist, besucht er ihn noch einmal im Gefängniß und verspricht ihn freizulassen, wenn er ihm auf deu Kuien abbitten wolle. Da der König dieses Ansinnen mit Verachtung zurückweist, läßt er ihn hinrichten. Eine so abgeschmackte Auffassung der Geschichte war wol zu den Zeiten des alten GryphiuS möglich, aber sie ist unverzeihlich, nachdem die wirklichen historischen Thatsachen in ganz Deutschland bekannt geworden sind. Sie ist aber auch drama­tisch ungeschickt, den Karl I., dieser falsche, tückische, rachsüchtige Despot, für den wir uns eigentlich nur wegen seines van Dykschen Porträts interessiren, ist immer noch eine viel poetischere Erscheinung, als dieser milde, schwächliche Theaterkönig, der als ein willenloses Opfer der gemeinsten Intriguen fällt. Um eine drama­tische Spannung hineinzubringen, die durch die eigentlich politischen Actionen, eben weil sie zu sehr abgeschwächt sind, nicht hervorgerufen werden kann, ist noch eine Liebesgeschichte eingemischt. Einer der treusten von den Anhängern des Königs, ist ein Graf Stafford. Dieser hat eine Tochter Florence, die in früherer Zeit den König geliebt hat. Der König liebte sie wieder, aber die höhere Pflicht seines Standes heischte seine Heirath mit einer Fürstin, und so gab er das Ver­hältniß auf. Floreuce, die ihren Geliebten nicht verheirathet sehen kann, hat sich in die Einsamkeit zurückgezogen. Der Vater wußte von der ganzen Begeben­heit nichts; er beweint sein Kind, als wäre es durch einen Zufall verunglückt, bis ihm Cromwell, der zufällig die Sache erfahren hat, einen höchst entstellten Bericht abstattet. Er erzählt ihm nämlich, der König habe seine Tochter verführt und sie dann dem Tode preisgegeben. Darüber wird Stafford zur Rache aus­gereizt, er liefert den König an Cromwell aus und erbittet sich die Gunst, ihn selber zu enthaupten. Aber es kommt nicht dazu, seine Tochter sucht ihn auf, erklärt ihm, daß der König unschuldig sei, und so sieht er sich denn veranlaßt, demselben zu Füßen zu fallen nnd ihn um Verzeihung zn bitten. So schreitet denn Karl als edler Märterer zum Himmel, Cromwell wird den Fnrien der Hölle überlassen.

Das Schauspiel: der Ruf einer Frau, behandelt die bekannte Halsbandgeschichte. Es ist in einem sehr ungebildeten Stil geschrieben und bereichert die Geschichte mit einer ganzen Reihe neuer Erfindungen.

Das Tranerspiel von Reimar folgt in Beziehung ans die Handlung getreu dem Nibelungenlied und legt die Begebenheit mit einem wirklichen theatralischen Geschick anseinauder; aber der Dichter hat einen Ton gewählt, der ganz der modernen Zeit angehört; seine Reflexionen und Motive sind durchaus dem 19. Jahrhundert entnommen. Dadurch wird eine falsche Stimmung in uns hervorgerufen, und die finstern und schrecklichen Begebenheiten jener altdeutschen Sage, die auf wilde, energische, durch die Cultur noch nicht abgeschwächte Cha­raktere gegründet sind, finden keinen Glauben bei uns.

Von den beiden bürgerlichen Trauerspielen:Ein Leben im Tode" und