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Das Bundesjubiläum in Bern.
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Das Bundesjnbiläum in Bern.

(21.23. Juni.)

Mitten in dem Lärm östreichischer Noten und der unerquicklichen Jagd auf politische Flüchtlinge feiert Bern seinen füufhundertjährigen Eintritt in den Bnnd der Eidgenossen, und läßt dabei die alten Heldengestalten der Schweizergeschichte wieder auserstehn, gleichsam als sollte das Mittelalter mit seiner trntzigen Kraft als eine Ironie sich stellen neben die zahme Gegenwart, welche ihre Kämpfe nicht mehr mit Morgensterne» auf dem Schlachtfelde, sondern mit Gänsekielen ans glattem Maschineupapier ausficht.

Vor drei Jahren hatte Zürich sein fünfhnndertjähriges Jubelfest gefeiert; aber wie verschieden war der Charakter des Festes dort und hier! Zürich feierte die Thaten der Eidgenossen, an denen es Theil nahm; sein Fest war'eine dank­bare Erinnerung des ganzen Zürichervolkes, wieviel seine politische Freiheit, seine Blüte in Kunst, Wisseuschaft und Industrie dem freien Bunde mit der Eid­genossenschaft verdanke. In Bern feierte Bern sich selbst, vor allem die Stadt Bern, dann seine alten Cantonstheile und erst in letzter Linie die Eid­genossenschaft. Es entspricht dies dem Charakter, den es durch die ganze Schweizergeschichte behauptet. Kein Bundcsglied hat deu Bund mit den sreien Völkerschaften zwischen den Alpen und dem Jura so zu seinem Vortheile zu benutzen gewußt, wie Bern. Von Bern ans wurde das schöne Gebiet, das jetzt Canton Bern heißt, erobert, und wer weiß, wie weit die stolze Stadt ihre Grenzen noch ausgedehnt hätte, würde nicht der mißtrauische Geist der Waldstätte der Eroberuugölust Berns hemmend entgegengetreten sein.Ohne Bern keine Eidgenossenschaft" war daher anch der überall durchblickende Gedanke der Berne- rischen Jubelfeier; Zürich war bescheidener aufgetreten:Ohne Eidgenossenschaft kein Zürich." Entsprechend diesen Erinnerungen war auch das vorzugsweise kriegerische Gepräge und die Concentration des ganzen Festes auf die Stadt Bern, Grenzboten. III. 21