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Neue historische Schriften.
Geschichte Roms. In drei Bänden. Von llr. Carl Peter, Director des Gymnasiums zu Anklam und H. S. Meiningschcn Consistorialrath. — Erster Band, die S ersten Bücher, von den ältesten Zeiten bis auf die Gracchen enthaltend. — Halle, Buchhandlung des Waisenhauses. —
Der Verfasser spricht sich in der Vorrede folgendermaßen über sein Verhältniß zu Niebuhr ans: „Je öfter er in dem Fall gewesen ist, die Ergebnisse der Niebuhr'schen Forschungen unbenutzt zu lasse», theils weil er sich nach reiflicher Prüfung nicht an dieselben anzuschließen vermochte, theils weil Zweck und Umfang dieses Werks das Eingehen in viele Untersuchungen uud zumal in die zahlreichen Vermuthungen Niebuhr's nicht gestatteten; nm so mehr fühlt er sich zu der Erklärung gedrungen, daß er im Ganzen seine Geschichte durchaus als auf der Grundlage der Niebuhr'schen beruhend ansieht, wie denn nach seiner Meinung jede künftige römische Geschichte an Niebuhr anzuknüpfen nnd sich auf ihn zu stützen hat." — In dieser Erklärung scheint ein Widerspruch zu liege», der sich aber hebt, sobald wir die verschiedene Bestimmung der Werke, um die es sich hier handelt, ius Auge fassen. Niebuhr's römische Geschichte, abgesehen von seinen Vorlesungeu, ist ihrem Inhalt nach durchaus nur auf die Gelehrten berechnet. Wir sagen ihrem Inhalt nach, denn im Uebrigen kann es für den Gebildeten keine größere Freude geben, als sich an den geistvollen Forschungen eines der tiefsten Denker und der umfangreichsten Gelehrten zu erbauen. Von dieser Seite hat Göthe den großen Geschichtsschreiber aufgefaßt und gewürdigt. Der Inhalt seines Geschichtswerkes war ihm ziemlich gleichgiltig, sein Siuu für das geschichtliche Leben war überhaupt nicht übertrieben ausgebildet, uud am Wenigsten interessirten ihn solche Zeiten, in denen von plastisch ausgeführten Gestalten und Erscheinungen noch keine Siede war. Dagegen verfolgte er mit lebendigster Theilnahme die subjective kritische Thätigkeit eines Mannes, dessen eminenter Scharfsinn mit dem bildenden Proceß der Phantasie stets Hand in Hand ging, und der auch bei scheinbar ganz abstract-wissenschaftlichen Untersuchungen stets die Größe eines starken und strengen Charakters durchscheinen ließ. Dieses subjective Juteresse hört auf, sobald mau von der kritischen Thätigkeit nur die sogenannten Resultate hervorheben wollte, die als solche mir von einem an Bildung und Kenntnissen Niebuhr wenigstens nahestehenden Gelehrten gewürdigt werden können. — Darum hat der Verfasser des vorliegende» Werks sehr recht daran gethan, sich ans die eigentlich kritische Seite der altrömischen Geschichte nur soweit einzulassen, als es sich um unzweifelhaft feststehende Resultate handelt, denu er hat uicht für den Gelehrten vom Fach, sondern für das größere Publicum geschrieben. Ebenso recht hat er aber auch, in Niebuhr's Methode die eigeutliche Grundlage