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Wochenbericht.
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W o ch e n b e r i ch t.

Musik. Theodor Apel, der Dichter desNähkäthchen'S", hat einen Operntext geschrieben,die Weiber von Weinsberg", der von Conrad, dem Kompo­nisten derSängerfahrt", in Mnsik gesetzt wird.

Richard Wagner, der sonst so entschieden dagegen eiferte, einzelne Scenen aus seinen Kunstwerken aufzuführen, giebt sich nun selber zu diesem Attentat her. Am -16. Mai hat er in Zürich das erste einer Reihe von Concerten gegeben, die sich vor­zugsweise auf Wagner'sche Scenen beschränken sollen.

Hector Berlioz ist nach London abgereist, um die Einrichtung seiner Oper Benvenuto Cellini", die im letzten Winter von Liszt in Weimar ausgeführt wurde, für die italienische Oper aus dem Coventgarden - Theater zu leiten.

Theater. Das Tivoli-Theater in Leipzig ist nun glücklich eröffnet wor­den. Die Einrichtung desselben ist im höchsten Grade geschmackvoll, aber ob man in der schönen freien Natur nicht etwas Besseres thun könne, als fade Possen in mittel­mäßiger Darstellung anhören, ist eine andere Frage.

In Edinburgh ist am 27. Mai das seit K0 Jahren viel besuchte Adelphi- theater abgebrannt.

In der italienischen Oper zu Paris tritt nun auch eine schwarze Sängerin, Maria Martinez, auf. Die liebenswürdigste aller französischen Schauspielerinnen, Made­leine Brohan vom tlieKli-e l'rsneais, verheirathet sich mit einem reichen Privatmann Namens Achard.

N. Benedix hat ein neues vieractiges Lustspiel:Ein Lustspiel", geschrieben. In Wien hat am 26. Mai die neue Oper von Ricci: II paniere ä'amore, ent­schiedenes FiaSco gemacht.

Bildende Kunst. Von dem höchst wcrthvollen Werk: UonumeiUs ä'^i-- eluteeture et cle Seulpture en Lel-Ziciue. Dessins cl'opres nulure lilkograpliies en plusieurs teintes? I?. Ltrooliant. lexle psr l^el. 8l.an»»ert8; pudlies pi>r eil. Uuquin'cU, sind die ersten sechs Lieferungen erschienen, die -18 Folioblätter in Buntdruck enthalten. Für die Kenntniß der mittelalterlichen Architektur höchst wichtig.

In Berlin wird ein neuer Industriezweig in's Leben treten, die künstliche Fabri­kation von Gegenständen, welche bisher aus Stein durch Steinmetz- und Bildhauer- Arbeit gewonnen wurden, die aber nach dieser neuen Methode aus einer dem Sandstein ähnlichen Masse gegossen werden sollen. Das gegossene Fabricat soll nicht allein an äußerer Schönheit und Glätte, sondern auch an Haltbarkeit das durch den Meißel ge­wonnene übertreffen und im Preise nur die Hälfte des letzteren kosten. Die Herren A. Egolls und Fischer werden ein derartiges Etablissement errichten, und sich mit An­fertigung aller Art Kunstgegenstände, wie Statuen und Büsten, sowie der verschiedenen Gartenmöbel, Bau- und Stnckatur-Arbeiten beschäftigen.

Von allen Potentaten gehen namhafte Summen als Beiträge zu dem projectirten Göthe-Schiller-Denkmal in Weimar ein, auch von Kaiser Napoleon III.!

Der König von Preußen läßt die auf dem Petersberge bei Halle gelegene alte Peters­kirche, welche aus dem -12. Jahrhundert stammt und seit -l öKS eine Ruine ist, restauriren.