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einem Dorfe bei Colberg, fand man ein Stück mit einem Gewicht von "U Vs Pfd, welches diese Stadt dem Kaiser Rudolph II. zum Geschenk nach Prag sandte und ein nns bekannter Baner pflügte bei Ruegeuwalde einst ebenfalls ein sehr großes Stück ans, das derselbe leider bei der Untersuchung sehr stark zerklopfte.
Wem, jetzt das Bernsteinfischeu an der pommerschcu Küste für eine brodlose Kunst gilt, so wird die Habgier und Gewinnsucht der Strandbewohner auch jetzt noch durch Gerüchte von gefuudeueu großen Stücken erweckt, die Phantasie geht dann mit den guten Leuten durch, uud wir sehen dann selbst beim ranhsten Wetter alte Leute, welche bis unter den Arm im Wasser den Seetang und andere Seegewachse mit Lebensgefahr kefserten,, an welchen der Bernstein zu sitzen pflegt.
Bei meinem Aufenthalte in Stolpenluünde kamen wir mit einem alten Lootsen in's Gespräch, 'der als glücklicher Finder eines großen Stückes bekannt war. Er wollte nns den Anblick verschaffen, die Dorfbewohner in Aufregung nach dem Strande eilen zu scheu. Zu diesem Zwecke eilte er zu seiner, am Ende des Dorfes gelegenen Wohnung, zog sich eiu Paar große Wasserstiefeln an, nahm einen Kesser mit einer Stange in die Hand nnd schritt nun mit impouireuder Schnelligkeit durch das Dorf dem Strande zu. Mau hatte wol Muße au jenem Tage, bald steckten einige alte Frauen den Kopf zum Fenster hinaus, einige auf der Straße sich herumtummelnde Jungen liefen dem väterlichen Hanse zn, die größte uud glücklichste Auctorität im Bernsteinsischen hatte sich mit vollständiger Ausrüstung sehen lassen, ein elektrischer Schlag, dnrchfuhr die Leute, am Straude wurde es lebendig wie bei einem Schiffbruche, immer neuer Zuzug erschien, mau watete tüchtig in's Wasser — erfolglos — uud während wir mit dem Urheber dieser Scene schon lange am Fenster des Gasthauses saßeu und uns mit einem Glase Grog erwärmten, kehrten die Bcrnsteinfischcr durchnäßt uud erfroren uach und nach heim im guten Glanben, ihre Schuldigkeit gethan zu haben. In der alten wohlhabende Stadt Stvlp giebt eö in Pommern die einzige Bernstein-Drcher-Zuuft, welche mit der Kvnigsberger wacker concurrirte uud die kurz nach dem Tode Friedrich II, mehr als 400 Leute beschäftigte.
Pariser Briefe.
Ist das wieder eine kriegerische Woche gewesen! Reden in den Kammern, telegraphische Depeschen aus Coustantinopel, Reiseberichte ans Wien, üble Lauue der Börse und obendrein ein nichts weniger als verliebter Dialog zwischen Baron Kisseleff und dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Alles Andere ist
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