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so scheint es uns im Allgemeinen eine ähnliche Tendenz zu verfolgen, wie das eben besprochene, aber wir müssen offen gestehen, daß uns die Form desselben zu unklar gewesen ist, als daß wir ganz sicher darüber sein könnten.
Aus Brüssel.
In der Nummer vom 6. Mai brachten die Grenzboten einen Aufsatz, in welchem die enge Verbindung der verschiedenen Fraktionen der parlamentarischen Opposition Preußens dringend anempfohlen wurde, als einziges Mittel, ihre Bestrebungen in Wirksamkeit zu setzen.
Zweck dieser Zeilen ist, zu untersuchen, ob es nicht im Interesse der konstitutionellen Partei wäre, anch nach einer andern Seite hin sich Verbündete zu verschaffen. Eine Kammer wird nur in dem Falle zu Macht und Ansehen kommen, wenn sie der wahre Ausdruck der Majorität des Landes ist, und sich deren Unterstützung bei etwaigem Conflicte bewußt ist. Ohne diese Grundlage bleibt einer gesetzgebenden Versammlung nur die Alternative, ein Werkzeug der Regierung zu werden, oder bei einigem Widerstand ebenso zu enden, wie unlängst die Nationalversammlung in Paris. Leider entbehrt die jetzige zweite Kammer in großem Maße die Sympathien des größten Theiles der Nation. Es ist hier nicht am Platze, zu untersuchen, wodurch dieses Mißverhältniß entstanden, sehen wir vielmehr, wie dem Uebel abzuhelfen.
Die Gothaer gestehen selbst ein, daß die Stärke ihrer Partei weniger in der Anzahl ihrer Anhänger, als in dem Zusammenwirken so vieler hervorragender Männer besteht. Nur gebildete Leute werden sich zur konstitutionellen Partei hingezogen fühlen, der große Haufen wird ihrer Politik immer fremd bleiben.
Das Bestreben der Partei muß daher energisch darauf gerichtet sein, sich mit einer Partei zu verbinden, in welcher die Verhältnisse umgekehrt sind, d. h. deren Hauptstärke, neben bedeutendem Anführern, in der Menge ihrer Anhänger beruht. Die Bethmanu-Hollweg'sche Fraction kann sich dieser Eigenschaft nicht rühmen; die liberalen Katholiken haben zwar in einzelnen Gegenden zahlreiche Anhänger, sie verfolgen aber so einseitige Tendenzen, daß sie in den protestantischen Provinzen destomehr Antipathien erwecken. Blieben also noch die „gemäßigten Demokraten", oder wie sie sich früher nannten: „die Demokratisch- Constitutionellen."
Schon mehrmals hat die „Köln. Zeit." darauf hingewiesen, wie erwünscht für ihre Partei eine Vereinigung mit der gemäßigten Demokratie wäre, ohne daß dieser Wunsch bisher in Erfüllung gegangen. Jetzt, wo die alten Partei-