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Von den Gedichten, die uns noch übrig bleiben, können wir nur wenig sagen. Die Remniscenz drängt sich sehr stark bei ihnen vor; wir finden überall Anklänge an bestimmte Mnster, überall mehr Talent für Form, mehr Intention und allenfalls anch mehr Bildung, als wirklichen Drang der Empfindung. Am meisten möchte von dem letzteren noch bei Honegg er zn finden sein, dem es zuweilen gelingt durch eine ausgeführte Schilderung ein lebendiges Bild in unserer Seele zu erregen. Au Bildung mochte er eher den Uebrigen nachstehen und es widerfahren ihm in dieser Beziehung zuweilen Mißverständnisse, die über die Grenzen des Erlaubten gehen. Wenn er z. B. Marius auf den Trümmern von Carthago schildern will, so muß er sich vorher nach den genaueren Umständen der Situation erkundigen, sonst verfehlt das Gedicht seine Pointe. Allein trotz dieser Ausstellungen finden wir doch einen Rest von wirklich poetischem Wesen in ihm, der bei sorgfältigerer Pflege zu gediegenen Leistungen hätte führen, können.
Wir glauben mit dieser Skizze uusercr Pflicht der lyrischen Dichtung gegenüber für eine Zeitlang Genüge gethan zu haben. Es drängen sich uns zuviel allgemeinere und stärkere Interessen auf, als daß wir nicht diesen bloßen Ergüssen individueller Gemüther eine etwas geringere Aufmerksamkeit zuwenden könnten. Wir sprechen zum Schluß noch deu Wunsch ans, daß uusere Lyriker, um sich der stvffloseu Empfindung zu entziehen, immer an bestimmte Gegenstände halten möchten, und empfehlen in diesem Sinn die Gattung des romantischen Epos, aber nicht in der nachlässigen rhapsodischen Weise Lenau's, sondern in der sorgfältig ausgearbeiteten Kuustsorm Walter Scott's.
Aus Frankfurt am Main.
Frankfurt ist reizend im blüthenvollen Maigrüu seiner Gärten und Anlagen. Der Fremdenstrom fließt zwar noch als sehr mäßiger Fluß. Aber die Bäder der Nachbarschaft haben ihre Sommersaison pünktlicher am 1. Mai begonnen, als die Natnr. Homburg decorirte die Säle seiner gold- nnd silbcrbeblümteu Wiese, die bekanntlich auch im Winterschnee blüht, mit noch üppigerer Pracht denn früher. Im Publicum behauptet man überdies, die Spielpächter hätten sich gemeinnützigen Sinnes sehr stark an der „Darmstädter Bank sür Handel und Industrie" betheiligt, au deren Spitze wir alle schutzzöllnerischen Elemente des weiland „Vereins znm Schutze deutscher Arbeit", erblicke«, während das ganze Institut immer nackter als Filialgeschäft der Pariser „0ai8sö moliilier-z" auftritt. Kann man wohl eine unparteiischere Vielseitigkeit denken? Abseits von den Spielbädern birgt sich Soden in einem reizenden Thale der Tannusabsenkuug. Es war ehmals ein Frankfurter Dorf, ist aber schon seit mehr als einem Jahrhundert nassauisch. Die Frankfurter
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