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Therese Milanollo.
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die erste Kunstreise antreten konnte. In Turin und Marseille erregte sie all­gemeinen Enthusiasmus, der sich noch steigerte, als sie in Paris von Lasont Unterricht erhalten hatte. Bereits damals bemächtigte sich ihrer die Speculation. In Holland und England wurde sie im strengsten Sinne des Worts aus einem Concerte in's ander« gehetzt. Einer von den Unterhändlern, die sich in der Regel solcher Talente bemächtigen, ließ sie monatlich 40 Concerte in den ver­schiedenen Provinzialstädten Englands geben. Seit 1838 trat ihre Schwester Marie, die vier Jahre jünger war, deren Talent sich also noch schneller entwickelt hatte, mit ihr gemeinschaftlich auf. Den eutscheideuden Erfolg errang sie 1841 im großen Conservatorinm zu Paris, in Folge dessen sich Habenek, der Dirigent des Orchesters, und Beriot, der berühmte Virtuos, auf das Lebhasteste ihrer an­nahmen. Sie setzte seit der Zeit ihre Wandernugen unermüdlich fort; 1843 erregte sie in Wien, 1844 in Berlin das ungetheilteste Entzücken. Ein schwerer Verlust traf sie 1848 in Paris, wo die Februarrevolution sie überraschte. Ihre Schwester Marie starb im October, und dieser Verlust griff sie so an, daß sie mehrere Monate ihr Instrument nicht anrühren mochte, und bereits den Schleier uehmeu wollte. Doch überwog der Trieb der Kunst, und sie hat seit der Zeit ihre Reisen und damit ihre Triumphe uuunterbrochen fortgesetzt. Sie ist eine von den wenigen Erscheinungen in der Künstlerwelt, an denen man nicht blos ein artistisches, sondern ein allgemein menschliches, poetisches Interesse nehmen kann.

Pariser Briefe.

Das Kaiserreich ist für den Augenblick um seine directe Erbschaft ge­kommen, und man kann es mit Fug der politischen Indifferenz des Momentes zuschreibe», daß dieses Ereignis) geradezu uubcmerkt vorübergegangen, ohne auch nur den Epigrammenschmieden Anlaß zu einem jener spitzen witzigen Pro- ducte des Pariser Bodens Anlaß zu geben. Das Tischrncken hält die öffent­liche Aufmerksamkeit vielmehr in Athem, als das jnnge Hofleben mit seiner alten Etiquette, und diese geringe Theilnahme an den Leiden und Freuden der regierenden Familie ist die beste Widerlegung des pomphaften Manifestes, welches unter dem Titel le xriuelpe cle vor einigen Wochen hier das Licht der

Welt erblickt hatte. Als Ludwig Philipp im Jahre 1830 lachend die Erbschaft der modernen Revolution angetreten hatte, da verging zwei Jahre hindurch keiu Tag, ohne daß ihn eine neue Malice der schreibenden uud zeichnenden Opposi­tion vor die Schranken der öffentlichen Meinung citirte. Seine unschuldige Familie, seine Privatverhältnisse und seine Privatleidenschaften gaben dem Pariser Witz unaufhörlich Stoff zu Caricaturen und Satyren während jetzt schon nach

Greuzboteii. II. 46