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Festes verläuft ganz dem ersten gleich, den wir bereits schilderten. Die schon durchtanzte Nacht merkt man weder den Tänzern, noch Tänzerinnen an; der Schlaf des Mvrgens hat Alle so erquickt, daß noch gleiche Rüstigkeit und Frische herrscht. Auch den Speisen und Getränken wird überall noch mit gleichem guten Appetit zugesprochen. Ebenso wie der zweite verläuft der dritte Tag, der größtentheils verschlafen, und die dritte und letzte Festnacht, die durchtanzt wird. Das letzte Stücklein Wurst oder Schinken mich verzehrt, die Neige aller Getränke geleert sein, bis man sich entschließt, das Festhaus zu verlassen. Wie bei der Arbeit pflegt der Mecklenburger auch bei seiner Lust gleiche Ausdauer uud Stetigkeit zu beobachten. Fastellabend kommt im langen Jahre nur einmal wieder, und da gilt es denn auch so recht, dasselbe zu genießen. Am Morgen des vierten Tages verlassen die Musikanten endlich das Dorf. Stolz und jubelnd jagten sie mit schnaubendem Viergespann in dasselbe ein, bescheiden und lautlos schleichen sie zu Fuß aus demselben heraus, ihre Instrumente, die Quellen so vieler Freuden, mühsam selbst auf dem Rücken trageud. Dafür klingt aber im Geldbeutel mauch harter Drittel, den sie eingenommen haben, uud der Brodsack strotzt von Stücken Wurst und Schinken, den Familientisch daheim für manchen Sonntag noch damit zu erfreueu.
Auf dem Dorfe selbst sängt am vierten und stärker noch am fünften Tage die eigentliche Arbeit wieder mit voller Kraft an. Die Lust des Festes tritt auf lange Zeit zurück, der Ernst des Lebens an ihre Stelle. Viele Wochen spricht Alt uud Jung, und besonders der letzte Theil, im ganzen Dorfe nur von-den Ereignisse» und Frenden des letzten „Fastellabends"; viele Wochen voraus freut man sich schon wieder zu dem, was das kommende bringen wird.
Belgiens politische Lage im Innern und nach Außen.
Belgien ist zwar nicht der einzige, es ist aber der glänzendste und schlagendste Beweis dafür, daß der Constitutionalismus doch etwas mehrmals eine hohle Ab- straetion der englischen Zustäude ist, daß auch außer dem Lande der Erbweisheit, wo er ans der naturwüchsigen Entwickelung von Jahrhunderten hervorgegangen, gesunde und lebensvolle Institutionen auf seine Principien begründet werden können. Vergebens dürften die Anhänger der fälschlich sogenannten, historischen Schule sich nach einem Beispiel umsehen, daß iu einer auch nur annähernd so befriedigenden Weise die Verwirklichung ihrer Doctrin zeigte; dieselbe hat vielmehr bis jetzt, wo ihr entsprechende Einrichtungen nicht als Ueberrest des Mittelalters geblieben sind — nnd anch in diesem Falle gewähren sie das unbehagliche Schauspiel eines hinsiechenden Staatöwesens -— nur traurige Mißschöpfungen