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Die Politiker der Zukunft.
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gerüttelt werden, Rom mußte in jener Oede zerfallen, die es rings nm sich er­zeugt hatte, bis es die Beute der Barbaren wurde. Schließlich scheint dem Ver­fasser der Gedanke gekommen zu sein, daß es doch mit seinem Verbiet nicht so unbedingt sicher stände, denn er endet mit Aufstellung von allerhand Möglichkeiten, von einer etwaigen abermaligen Befrnchtuug Frankreichs durch das Germanenthum, ja sogar von einer Reaction des germanischen Elements in Frankreich selbst, von dem wir glaubten, daß es, Herrn Diezel zufolge, völlig „ausgeschieden" wäre. Damit läuft denn seine Darstellung auf die gewöhnliche Conjecturalpolitik, nur mit barocken Ausdrücken verbrämt, hinaus. Das Einzige, worin man mit dem Buch des Herrn Diezel übereinstimmen muß, ist, daß wir Deutsche unsere Vor­bilder und Hoffnungen anderswo, als in Frankreich zu suchen haben; das wußten wir aber, und so viel uns bekannt, alle verständigen Politiker anch schon, ehe Herr Diezel es verkündete.

Neue Romane.

Eine Verlorne Seele. Roman von Alina von Schlichtkrnll. — 4 Bde., (Görlitz, Heyn.)— Die Verfasserin bemerkt zum Schluß, sie, wäre voll­kommen zufrieden, wenn der Leser unter all' den Skizzen die sie ihm vorführt, nur eine'fände, welche die Bürgschaft besserer Leistungen für die Zukunft in sich trage. In diesem Sinn kann die Kritik ihre Aufmunterung der Dichterin nicht versa­gen. Es finden sich in dem Roman Spuren von einem ganz entschiedenen Talent. Trotz der über alles Maß hinausgehenden Verwickelungen ist doch eine gewisse Spannung, eine gewisse Continuität der Theilnahme darin; es sind einzelne Charaktere sehr kühn augelegt, uud die Bewegungen ihrer Seele mit einer feinen Empfänglichkeit und mit warmer Erregung verfolgt; es zeigt sich endlich in einzelnen Schilderungen ein glückliches Auge für die wirkliche Welt und eine Dar- stelluugsgabe, der nur noch Ordnung und Harmonie fehlt, um sich zu wirk­licher Gestaltungskraft zu erheben. — Allein vorläufig werden diese glücklichen Anlagen noch durch so schlimme Fehler überdeckt, daß man sich ihrer nicht er­freuen kann. — Einmal wird der Faden der Handlung durch eine Reihe so uner­hörter und unnatürlicher Verbrechen gebildet, daß sie selbst in der Mysterien- Literatnr kaum ihres Gleiche» findet. Der Novellist wird im Stande sein, uns das Schlimmste zu erzählen, wenn er unsere Phantasie kunstgemäß vorbereitet, wenn er die richtige Perspective anwendet. Hier aber erzählt gleich auf einer der ersten Seiten ein englischer Lord seinem Vertrauten ganz beiläufig, er habe seine Gemahlin unter falschen Vorspiegelungen in ein Irrenhaus einsperren lassen, seinen Helfershelfer vergiftet, falsche Wechsel ausgestellt, und sei jetzt im Begriff,

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