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Euch verseht." Hierauf bezahlte er die Bücher, welche er als die schlimmsten herausgesucht hatten und ließ sie von dem Heizer in den Ofen werfen.
Die Zeitungsjungen wachsen auf wie Unkrant. Sie denken schwerlich an irgend etwas anderes, als Vortheil nnd Vergnügen. Wie sie hier kaum ahnen, daß sie Gift verkaufen, so giebt es wol auch nur selten einen von so nachdenklicher Art, daß er sich überlegte, welch ein mächtiges Werkzeug zum Guten nnd Schlimmen seine Stimme ist, wie vieler Familien Glück und Frieden er durch seinen langen schrillen Schrei „8tesm<zr arriveä!" vorausverkündet oder zu Grabe gesungen, wie viel Schaden er durch seine falschen Nachrichten gestiftet hat, und wie viele Ohren gespitzt worden sind, nm seinen noch fernen, Wohl oder Wehe in sich bergenden Rnf zu veruehmeu!
Ludwig Tieck.
Der Letzte von den berühmten Führern der romantischen Schule ist nun auch gestorben. Der Abend/eines Lebens ist ebenso friedlich gewesen , als sein erstes Austreten in der Literatur ein. kriegerisches, streitbares Ansehu hatte. Theils durch sein Talent und dnrch seinen Eifer, theils aber auch durch die Be. mühungen der Schule in die ersten Reihen der Streiter für die absolute Kunst gedrängt, hat er die „Philister" und deren Anhänger in allen Lcbenskreisen mit unermüdlichem, anscheinend scharfem, eigentlich aber ziemlich harmlosem Spott verfolgt, und ist seinerseits der Gegenstand erbitterter Polemik gewesen. Diese Streitigkeiten sind heute vergessen; es fällt selbst unsern am weitesten vorgeschrittenen Genies nicht mehr ein, die Kunst dem wirklichen Leben in der Weise entgegenzusetzen, als es Tieck und seine Freunde in dem Uebermuth ihrer strebsamen Jugend gethan. Ebenso hat man es vergessen, daß es einmal eine Zeit gab, wo allzn dienstfertige Freunde es wagen konnten, Tieck neben Goethe zu stellen. Die liebenswürdige und harmlose Natur des Dichters, sowie sein scharfer, zuweilen Iglänzender, nur nicht von einem festen Urtheil getragener Verstand, hat ihn den Verirrungen einer Doctrin entrissen, die doch eigentlich nicht seinem innersten Wesen entquollen war; er hat als Kritiker in den Nachzüglern seiner Schule mit Witz und Gemüth die nämlichen Sünden bekämpft, zu denen er als Dichter sie früher veranlaßt hatte; er hat sich in seinen Novellen mit Eiser in das moderne Leben vertieft, das er sonst als unküustlerisch geringschätzte, er hat alles Gute und Schöne, das irgendwo anskcimte, mit warmer Theilnahme gepflegt, und er hat dnrch seine anregende Lebhaftigkeit, durch seine Empfänglichkeit für alle Formen und durch die Milde seines Urtheils, wo nicht die Doctrin ins Spiel kam, sich einen Kreis von Freunden und Verehrern ver-