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Ein Ausflug nach Nürnberg
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sah Nürnberg mit diesem Kongreß eine große Reichs- und Staats-Action in seinen Mauern; es war der Abendglanz seiner ehemaligen Größe und politischen Bedeutung.

Von den übrigen in der Knnstgewerbschule enthaltenen Sammlungen habe ich nichts gesehen; doch glaube ich, daß die iu ihr befindlichen Gypsabgüsse, worunter ein vollständiges Exemplar der äginetischen Statueu, ein Erzgnß von Bischer, Apollo als Bogenschützen darstellend, und das zum Andenken Dürer's im Jahre 1828 ans Arbeiten lebender Künstler gegründete Stammbuch wohl der Besichtigung werth sind; das letztere besteht ans nahe an 300 Nummern, in Oelgemäldeu (wol nur wenige), Bildhauerarbeiten, Kupferstichen und Hand- zeichnnngen. (Schluß folgt.)

Wellin gto n.

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Die Wiedereinsetzung der Bonrbonen stempelte, den Sieg über Napoleon zu einem Sieg der Legitimität über die Revolution. Aber man hatte den Kamp begonnen im Namen nationaler Unabhängigkeit, und hatte, um ihn zu bestehen, Elemente herbeigezogen und Hoffnungen geweckt, welche der Zeit eine entschieden freisinnige Richtung gaben. Die Revolution war besiegt, aber ihre befruchtenden Ideen wirkten noch fort und erhielten die Welt in Bewegung. Im Anfang schien es, als ob die durch den Aufschwung der Völker von der Fremdherrschaft befreiten Fürsten ihre Versprechungen halten und ihreu Thronen eine sicherere Stütze geben wollten, als die materielle der Bayonnette. Aber nach wenigen zögernden Schritten ans dem Wege der Resörm trat erst ein allgemeiner Stillstand ein, nnd dann vereinigten sich die Mächte des Kontinents zu einer gemeinsamen Reactivns- politik. England spielte eine mehr passive Rolle dabei und nahm später sogar eine Oppositionsstellung ein, eine Veränderung, die nicht ohne Einfluß auf die politische Laufbahn Wellington's blieb.

Der Antheil, den England an dem großen Kampf gegen Napoleon ge­nommen, wies ihm bei der nothwendig gewordenen Regelung der europäischen Angelegenheiten eine hervorragende Rolle an. Mit Preußeu und Oestreich vereint hielt es Frankreich nach dem Frieden besetzt, und Wellington war einer der Be­fehlshaber der Occupationstruppen, und zeigte als solcher eine Versöhnlichkeit und eine Nachsicht gegen die Franzosen, die sowvl mit den berechtigten Ansprüchen Deutschlands (z. B. in der Frage über die Rückgabe des Elsaß) als mit dem jedenfalls zu entschuldigenden Grimme des preußischen Befehlshabers in Kollision kam. Trotzdem wußten ihm die Franzosen wenig Dank dafür, und es wurden