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Das Kaiserreich
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inneren Angelegenheiten wollen wir Nichts gemeinsam haben, denn jede Gemein­samkeit wäre Abhängigkeit von einem Staate, der wenigstens vorläufig des Bun­des mit der Kirche und der, polizeilichen Bevormundung bedarf, um existiren zu können.

Wochenb ericht.

Preußisches. ^ Das Interesse an den Zollvereinsangelegenheiten, das ohne­hin so lange snspendirt bleiben muß, bis man über die Vorschlage der östreichischen Negierung an die Coalitiousstaatcu etwas Näheres vernimmt, wird gegenwärtig abgelöst durch die Theilnahme an den nahe bevorstehenden Kammerwahlen. Man hat hin und her darüber debattirt, ob die Constitntiouellen sich mit den Bethmann-Hollwegianern oder mit den Demokraten verbinden, oder ob sie sich isoliren sollen. Ihre Theilnahme an der Wahl überhaupt ist wol nur von einigen müßigen Köpfen in Frage gestellt worden. — Wir find der Ansicht, daß von Personen und FractionSbezcichnungeu hier überall nicht die Rede sein darf. Die Aufgabe der nächsten Kammer ist eine genau vorgezcichncte. Sie muß entschieden konservativ sein, conservativ gegen die überstürzen­den Experimente der Rcactiouspartei, die alle Tage auf einen neuen Einfall geräth, und durch ein Paar eingefleischte Doctriuairs nach Belieben geleitet wird; conservativ gegen den Bundestag und dessen Trabanten, die Preußen gern durch eine organische Bundcsgcsetzgebuug in inneren Angelegenheiten (Presse, Ständcwesen, Zölle u. s. w.) mediatisiren möchten. — Wer cilso durch seinen Charakter und durch seine Stellung Bürgschaft giebt, daß er unabhängig ist und gewappnet gegen alle äußerlichen Einflüsse, und daß er eine gut preußische Gesinnung hat, dem müssen die Liberalen ihre Stimme geben, einerlei, ob er sich als eiin Vetter des Herrn v. Bcthmann, oder als ein Vetter des Herrn v. Auerswald legitimirt. Denn es handelt sich diesmal nicht um Aufrichtung eines ueueu politischen Systems, wo es auf die Nuauceu ankäme, sondern darum, zu verhüten, daß uuter gesetzlichem Anschein die ganze Versassung über den Hanfe» geworfen wird. Eine in ihrer Majorität äußerlichen Einflüssen zugängliche zweite Kammer wäre für Preußen das größte Unglück.

Neue Romane. — Die Auswanderer/ Eine Erzählung von Talvj. 2 Bde. Leipzig, Brockhaus. — Die Verfasserin ist die bekannte Dame, die als Frän- leiu v. Jacob uns so manche wcrthvolle Beiträge sür die Literaturgeschichte gegeben hat, nnd die jetzt, weuu wir nicht irren, als Mrö. Robinson mit einem Amcrikauer verhcirathct ist. Der gegenwärtige Roman ist in Beziehung auf die Sitteuschilderung aus Amerika vortrefflich, um so vortrefflicher, da er nicht in salsche Verallgemeinerungen verfällt. Sie erklärt sehr richtig in der Vorrede, sie stehe zwar dafür, daß sich allge­meine Charaktcrtupeu, wie die von ihr geschilderten, in den Vereinigten Staaten häusig vorfinden, aber sie wolle damit nicht die Totalität der amerikanischen Sitten erschöpft haben. Sie hat außerdem das für eine Frau seltene Verdienst, so wenig als irgend ' möglich zu politisiren, und wo sie ein Urtheil abgicbt, ist es immer sehr besonnen und sachgemäß. Bon dem eigentlich novellistischen Theil können wir nicht mit gleicher Be-