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Häuptlinge die Maske fallen ließen, und noch länger, ehe man ihre Truppen zum Stehen brachte. Endlich am 23. Sptbr. stieß Wellesley bei dem Dorfe Assaye auf das ganze Heer der Mahratten des Deccan, 60,000 Streiter mit 100 Kanonen. Wellesley hatte nur 4S00 Mann bei sich, aber ohne seine andere unter Oberst Stevenson zur Umgehung des Lagers dctachirte Divisiou abzuwarten, begann er sofort die Schlacht, die er allein mit dem Bayonnet gewann. Dieser herrliche Sieg über eine gut discipliuirte, von europäischen Offtcicren befehligte, nnd mit einer bedeutenden Artillerie versehene Uebermacht stellte das Uebergewicht Englands in Ostindien ans immer fest. Eine zweite Schlacht von Arganm gegen den Radschah von Berar beendigte den ersten Mahrattenkrieg, ans dem Wellesley mit nuverwelklichen Lorbeeren gekrönt zurückkehrte.
Ein Brief aus Algerien.
Sidi Bel Abbi-s, 23, Juli 18öS.
--Unsere Campagne ist durch ein heißes Gefecht an der Grenze von
Marokko beendet worden. Am 13. Juni verließen wir Bel Abbes und am 23. lagerten wir am Flusse Onad-Nhiss, einige Kilometer von der Stadt Argbal, in deren Umgegend in unzugänglichen Bergschlnchtcn viele Tausende von Arabern schwärmten. Unser Zweck war, diese» Stämmen die Ernte wegzunehmen, da sie für ihren Empörungsversuch eine exemplarische Züchtigung verdienten. Wir bildeten eine Colonne von 3000 Mann, geführt von General Montauban. Am 24. i Uhr Morgens begannen L00 Arbeiter das Korn uud die Gerste zu schneiden, hinter ihnen zn Pferde befanden sich 6 Escadronen Chassenrs d'Afrique, ein wenig weiter das Gewehr beim Fuß, unser braves Regiment. Kanm hatte das Sicheln begonnen, so bedeckten sich die umgebenden Höhen mit Feinden, die vollständig nackt, ihre Flinten schwingend, ein gräßliches Geheul ausstießen und Kugeln in die Reihen der Arbeiter sendeten. Der General ließ die Chassenrs vorrücken, und diese trieben die Araber in heftiger Verfolgung bis Argbal; die Araber ließen ungefähr 200 Mann ans dem Schlachtfelde, während die Chassenrs nur geringen Verlust hatten. Aber' unglücklicher Weise war dies nur der Beginn des Tages. Als der General um 8 Uhr die Chasseurs noch nicht zurückkehren sah, gab er unsrem Bataillon (in der Stärke von 300 Mann) Befehl, zu ihrer Unterstützung nachzurücken. Um 9 Uhr erklommen wir felsige Anhöhen, hin uud wieder mit stachelichen Gebüschen und Palmbäumen bewachsen, nnd stießen ans die Araber, die wol 8—10,000 Mann stark die 600 Chassenrs umziugelt hatten. Diese, bereits ohne Munition, kämpften mit dem Säbel in der Faust, ihre Pferde am Zügel Grenzboten. IV. 4 19