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so feindlich sie auch den politischen Ueberstürzungen der Neuzeit, erörtert die russischen Heerzustände warnend, gerecht gegen die deutschen Armeen, wahrhaft patriotisch. Dadurch hat sie den ungeheuer» Vortheil vor Haxthausen's Schrift voraus, von dem russischen Heerleben, von den inneren Zuständen, von der Versassung desselben, von seinem moralischen und intellectnellen Geiste nicht Dinge zu erzählen, welche Jedermann sofort als Eiugeuommenheiten und Uebertreibungen erkennen muß. An und für sich wäre vielleicht dieser Schaden nicht gar groß. Aber in sofern kann er's werden, als handwerkernde Rodomontaden-Schriftstellerei durch den Nachweis einzelner derartiger Daten leicht wieder die öffentliche Meinung zur alten Verachtung der russischen Militärmacht verführen kann. Trotz der gegenwärtigen Rnhe in den Massen und der Lutents corcliale triM des Nordens sind aber schwerlich die Entscheidungsschlachten unsres Jahrhunderts schon geschlagen, und die Wiederkehr jener leichtsinnigen Täuschungen könnte Enropa's Kosakischwerden leichter zur Folge haben, als eine allgemeine Herrschaft des Jacobinismus.
Wochenbericht.
Die Zollvereinsconferenzen. — Der erste entscheidende Schritt wäre nun geschehen. Preußen hat die weitere^ Theilnahme der bisher zum Zollverein gehörigen Staaten an den Verhandlungen von der Annahme seines Programms abhängig gemacht. Wir können über dieses Ereigniß nur nnsere vollständige Befriedigung aussprechen, und wenn Prenßen in dieser Bahn bleibt, so wollen wir nachträglich auch alle die Zögerungeu rechtfertigen, die wir nur darum angefochten haben, weil wir sie als ein Symptom der Schwäche und Unentschlvssenheit auffaßten. Waren sie nichts weiter, als die schuldige Rücksicht gegen die übrigen gleichberechtigten deutschen Mächte, so waren sie vollständig in der Ordnung. Was bisher Preußen in so üblen Kredit gebracht hat, war seine Neigung, zuerst sehr ungestüm und gebieterisch aufzutreten, aber nachzugeben, sobald ihm ein entschlossener Wille begegnete. Wenn diesmal sein Verfahren ein umgekehrtes war, so können wir es als die Eröffnung eines neuen Weges nur mit Freudeu begrüßen. Denn daß die Vorwürfe, die man von Seiten der Koalition Preußen wegen seiner Kündigung des Zollvereins gemacht hat, als ob es die übrigen Staaten dadurch habe brusIren wollen, aller Begründung entbehren, zeigt das Verhalten eben derselben Coalition gegen Braunschweig und die thüringischen Fürsten. Der Zollverein sollte auf einer neuen Basis reconstituirt werden, und da man niHt wußte, ob seine sämmtlichen Theilnehmer sich mit dieser neuen Basis einverstanden erklären würden, so mußte man ihn an dem vertragsmäßig festgesetzten Termin kündigen, um sich selbst und den übrigen Staaten die volle Freiheit der Wahl wiederzugeben. Es wurden nachher Versuche angestellt, ob nicht der ganze frühere Zollverein aus der neuen Grundlage wieder hergestellt werden könnte. ' Diese Versuche zeigten, daß in materieller Beziehung eine Ausgleichung der verschiedenen Interessen wol möglich sei, daß aber Alles an den formalen Bedingungen der Coalition scheitern müßte; denn das