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welch' feinem Takte machte er von der Staffage Gebrauch! wogegen selbst bedeutende Landschaftsmaler so häufig verstoßen, daß sie endlich gar auf den Gedanken verfallen, ihre Bilder durch die zweite Hand eines Historikers staffiren zu lassen. In dem Conversationssaal der neuen königlichen Residenz zu München wurden zehn Landschaften, Scenen aus dem hänslichen und öffentlichen, städtischen und ländlichen Leben der Griechen nach Rottmann's Aqnarellzeichnuugen von Schilling in Tempera gemalt. Der Anblick dieser classischen Composition nöthigte dem berühmten Kanlbach den charakteristischen Ausruf ab: „Rottmann könnte in der Reihe unsrer ersten Historienmaler stehen, wenn er es nicht verzöge unter den Landschaftern der Erste zu sein!"
Wochenbericht.
Preußen und die Koalition. >— Das Blatt, welches in der gegenwärtigen politischen Windstille am fleißigsten für Überraschungen sorgt, ist die Kreuzzeitung. Bisher war man ziemlich allgemein der Ansicht, daß ein Scheitern der handelspolitischen Conferen- zen in Berlin keine andere Folge haben würde, als daß sich aus der einen Seite der September- Verein, auf der andern der neue bayerische Zollverein mit mehr oder minder Annäherung an den östreichisch-lichtcnstcinschcn organistrc» würde. Die Kreuzzeitung giebt uns über diesen Punkt unerwartete Ausschlüsse. Nach ihr ist Oestreich fest entschlossen, Preußens Absichten in dieser Beziehung nöthigen Falls in die Lust zu sprengen. Die Kreuzzeitung zeiebnet auch bereits den Plan vor, nach welchem Oestreich operiren wolle. Zuerst sollen Braunschweig und die thüringischen Staaten (vielleicht auch Anhalt-Dessau zc.), weil sie nicht rechtzeitig gekündigt hatten, von Bundeswegen ausgefordert werden, sich dem bayrischen Zollverband anzuschließen; wenn das nicht fruchte, soll eine Bundescxecution gegen sie verfügt und die renitenten Staaten mit Gewalt unter Oestreichs Herrschaft gebracht werden. Außerdem theilt sie mit, daß Oestreich beim Bundestage bereits einen vollständig svrmulirten Antrag gestellt habe, ihm die Besatzung der süddeutschen Bundesfestungen ausschließlich zu übertragen.
Das sind ja Alles wieder ganz unerhörte Dinge! Zwar glauben wir wohl, daß Oestreich nach feinen neuesten Erfolgen möglichst ausgedehnte Ansprüche zu erheben geneigt ist, und daß es einem Staat, der sich Olmütz hat gefallen lassen, Alles bieten zn dürfen glaubt; aber es hat doch Alles seine Grenze. Soviel sieht Oestreich wohl ein, daß seine Lage Preußen gegenüber gegenwärtig eine ganz andere ist, als im November 1830. Damals standen alle Großmächte auf seiner Seite, jetzt würde es alle gegen sich haben, wenn nicht etwa mit Louis Napoleon eine entento voräisls abgeschlossen sein sollte.
Von einer Verfolgung wirklicher Rechtsansprüche östreichischer Scits könnte hier gar keine Rede sein, sondern nur von Anwendung willkürlicher Gewalt, denn was jene Vorstellung von der Fortdauer des Zollvereins nach Preußens Anstritt betrifft, so liegt es doch wol auf der Hand, daß alle einzelnen Bestimmungen des ehemaligen Zollvereins