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Die musikalische Saison in Berlin.
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deutende Erfolg, den sie au dem Doctor und Apotheker und den Dorfsängcrinncn ge­habt hat, könnte sie belehren, daß sie nach dieser Seite hin ihren Schwerpunkt legen sollte. Es giebt uoch Vieles von Paesiello, Cimarosa, FioravaMi, Mehul, Gretry u. A., das schon aus historischem Interesse viel gehört werden würde. In diesem Augenblick gastirt Roger an der königl. Oper. Der Enthusias­mus, den seine Leistungen hervorrufen, ist, obschon er auch iu Berliu Gegner seiner Richtung hat, noch im Steigen begriffen. Uebrigens aber hat sich Roger dem deutschen Geschmack etwas assimilirt und hält seine Rollen in der Gruudanlcige gemäßigter, als früher. ' Zu dem durchaus edelu und vornehmen Wesen, das ihm im Spiel und Gesang eigen ist, und der von Niemandem sonst erreichten Fähigkeit individuellen Ausdruckes kommt uun noch die immer mehr sich ausbrei­tende Feinheit uud Sicherheit der Zeichnung. Trotzdem kann man an Einzelnheiten mäkeln; aber in der Hauptsache ist mir noch nie das Wesen des dramatischen Gesangs lebendiger und bestimmter hervorgetreten. Allerdings malt Roger mit stärkeren Farben, als Tambnrini., Aber es hängt dies mit dem charakteristischen Un­terschied italienischer und französisch-deutscher Musik zusammen. Selbst Boieldieu's weiße Dame ist sehr weit entfernt von dem Gleichmaß Rossini's; und wenn wir also auch immer bei^ Roger nicht ganz passiv hören dürfen, wenn wir befriedigt seiu wollen, so werdeu wir dafür bei aufmerksamem Eindringen in Wort, Situation und Musik durch die treffendste Wahrheit und, was noch wichtiger ist, durch die ungewöhnliche Feinheit der Ausführung entschädigt. Das Schönste leistet Roger weder in der Darstellung, galanter Liebe und Lebenslust, wie als George Brown, noch in düsteren Charakterrollen, wie als Prophet und Eleazar; denn es liegt ein angeboruer Adel und eine Bildung in seiner Natur, die es ihm unmöglich macht, in Cha­raktere der letzten Art ganz aufzugehen; und wiederum Nollcu, wie der Georg Brown, gebeu ihm nicht Gelegenheit, die ernste Innerlichkeit und die Leidenschaft, deren er fähig ist, zur Geltung zu bringen. Mir ist das Höchste, was ich von ihm gehört habe, das Duett im vierten Act der Hugenotten, und dies etwas so Vollendetes, daß ich uicht weiß, ob ich deu Schauspieler oder deu Säuger mehr bewundern soll.

Woche nb ericht.

Pariser Botschaft. Wer den bekannten Artikel im Mormng ciirovivlo,

in welchem ein angebliches Maibündniß zwischen Nußland, Oestreich und Preußen ge­gen das französische Kaiserthum mitgetheilt wurde, aufmerksam geprüft hat, konnte nicht daran zweifeln, daß hier wenigstens ein Mißverständnis;, wo nicht eine absicht­liche Entstellung obwalten müßte. Denn man möge das Aussichtsrccht der Großmächte über die inneren Angelegenheiten eines großen Staats so weit ausdehnen, als man will und wir gehören keineswegs zu den Anhängern des unbedingten Nichtintcrvcn- tionsprincips: so viel ist wol klar, daß eine Forderung, wie sie hier an den