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Charakterbilder aus der deutschen Restaurationsliteratur : Ludwig Achim von Arnim, geb. 1781, gest. 1831.
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und uuzufammcuhängeudcu Sprache ausdruckten (wie z. B. Iahn iu allen seinen Schriften), eine fromme Miene machten und dann alö Ideal einer deutschen Verfassung eine Stndcntenrepublik mit einem hvhenstaufischen Kaiser an der Spijze auffaßten. Vielleicht hat Arnim bei seinen Kroncuwächtcru " eine geheime Sa- tyre gegen diese uuhistorischeu Dcutschthümler vorgeschwebt.

Wir gehen nun auf das Einzelne über, indem wir noch einmal an den lei­tenden Gesichtspunkt erinnern. Im Jahr 1806 war die Romantik in ihrem Bemühen, das absolute Ideal darzustellen, zu der Erkenntniß gekommen, daß man das große Werk erst im Einzelnen durchführen, daß man zuerst alle Schich­ten des Empirischen mit diesen Ideen zersetzen und dnrchdnugen müsse, ehe die Menschheit in den Tempel des Einen »nd Allen geführt werden könne. Nur durch die vollständigste Durchdringung des Besondern, Eigenthümlichen, Un­vermittelten mit dem Geist der Romantik könne die Einheit des Idealismus »nd Realismus herbeigeführt werden das war die Ansicht, in der sich Arnims poe­tische Wirksamkeit fixirte, in der sich seine Entwickelung abschloß. Von diesem Gesichtspunkt aus werden wir das sonst Unerklärliche in seinen Erfindungen begreifen. ' (Fortsetzung solgt.)

Berlin und Hamburg.

Gleich bei der Ankunft mit der Eisenbahu wird der Neiseude deu Unterschied zwischen beiden Orten bemerken. Sein erster Blick.in Berlin trifft die Pickelhauben der Militairposten und Coustabler. Er darf ohne genaue Prüfung seiner Legitima- tiouspapiere den Perron des Bahnhofes nicht verlassen; aber man wird zugeben müssen, daß fast alle mit derselben beauftragten Beamten ihr Amt mit großer Artigkeit und Schnelligkeit erfüllen. Wer ein recht bewegtes Reiseleben geführt hat, wird den Vorzug erkennen, den preußische Polizei-, Post- und gar Steuer- beamtcn vor allen ihren übrigen Cvllcgen in fast sämmtlichen europäischen Staaten verdienen. In Hamburg sieht der Reisende nichts von dergleichen poli­zeilichen Znrüstungen, ksin Constabler empfängt ihn am Bahnhofe, kein Wirth präscntirt ihm in ängstlicher Hast das Fremdenbuch. Wochculaug kaun ein Fremder im Gasthause lebeu, ohne daß die Polizei die mindeste Notiz von ihm z» nehmen scheint. Ganz ohne Beobachtung wird er übrigens nicht bleiben. Nnr dem Hamburger, oder eiucm geübten Auge kenntlich, stehen bei der Ankunft jedes Zuges mehrere einfach gekleidete Männer, mit rundem Hnt und zugeknöpftem Rocke umher» die, scharfeil Blickes, alle aussteigenden Fremden die Musterung passiren lassen. Nicht selten werden Arrcstationcn vorgenommen, denn die Polizei ist dnrch deu Telegraphen von der Ankunft eines verdächtigen Fremden unterrichtet,