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Stand hält, so ist sie fürwahr sonst zu nichts, und zu noch weniger als nichts, nütze. — Das gesunde Herz, das zu sich selber sprach: „Wie gcsuud bin ich!" war schon in die fatalste Krankheit verfallen. Ist nicht die Sentimentalität eine Zwillingsschwester der Hohlrednerei, wenn nicht gar ein und dieselbe mit dieser? und ist nicht die Hohlrednerei und der unwahrhafte Geist, aus dem sie entspringt, der Urstoff des Teufels; woraus alle Falschheit, Dummheit, Verworfenheit sich verkörpern; woraus nichts Wahres kommen kann? Denn sie ist selbst eine doppelt abgezogene Lüge, die Lüge in der zweiten Potenz.
Wie aber wenn eine ganze Ration darein versunken ist? Ich antworte, in solchem Falle wird sie unfehlbar wieder daraus umkehren! Denn das Leben ist keine schlau erdachte Täuschung nnd Selbsttäuschung: es ist eine thatsächliche Wahrheit, daß du lebst, daß >du Begierden, Bedürfnisse hast;^ die sich aber nicht mit Tänschnngen fristen lassen, sondern nur mit Thatsachen. Ans die Thatsache müssen wir daher immer zurückkommen: ans die hcilvolle oder unheilvolle Thatsache, je nachdem unsre Weisheit ist. Die niederste, am allerwenigsten heilvolle Thatsache, auf welcher bekanntlich dürftige Sterbliche je gefußt haben, ist jene ursprüngliche des Kannibalismus: Ich kann dich verschlingen. Wie wenn diese ursprüngliche Thatsache gerade diejenige wäre, ans die wir (mit »uferen menschlichen und iverbesserten Verfahrungö- weisen) zurückzukommen hätten, um von da aus von Neuem anzufangen.--
Ich prophezeie, daß die Welt wieder einmal aufrichtig werden wird; eine gläubige Welt; mit vielen Heldenmüthigen darin, eine heroische Welt! Dann wird sie auch eine siegreiche Welt werden; nicht eher. —
Oder, in der That, was ist's mit der Welt nnd ihren Siegen? Die Menschen reden zu viel von Welt. Hat nicht ein Zeder von uns hier, mag es auch mit der Welt stehen wie eS will, und sei sie siegreich oder nicht, ein eigenes Leben zu sühren? Ein Leben; einen kurzen, Lichtpunkt der Zeit zwischen zwei Ewigkeiten; nnd keine zweite Gelegenheit weiter für uns für immerdar! Wol thäte es uns noth, uicht wie Thoren und Scheinmenschen, sondern wie Verständige uud ausrichtig Strebende zn leben. Die Rettung der Welt kann uns nicht retten: noch das Verlorengchn der Welt uns verlieren. Wir müssen auf uns selbst Acht geben; uud es liegt in dieser Hinsicht viel Werth in der „Pflicht des Dahcimbleibens," in der trenen Leistung des nns selbst Obliegenden nnd Naheliegenden. Nebcrhanpt habe ich niemals von „Welten," die auf andere Weise „gerettet" worden wären, gehört. Jene Manie der „Weltrettung" ist auch so eiu Stück des achtzehnten Jahrhunderts mit seiner windigen Sentimentalität. Nehmen wir uns in Acht, nicht zu weit damit zu gehen. Für die Nettnng der Welt will ich zuversichtlich dem'Mchöpfer der Welt vertrauen; und mich einigermaßen um meine eigene Rettung bekümmern, wozu ich befngter bin.
W o ch e n v e r i ch t.
Ans England. Die Wahlen zum nenen Parlament. Da
von den 636 Mitgliedern des Unterhauses bereits 623 gewählt sind, so läßt sich das Gcsammtresultat der Wahlen im Allgemeinen übersehen. Bis jetzt sind nach der Angabe des Globe, die uns nach sorgfältiger Durchsicht der Wahllisten am zuverlässigsten hinsichtlich der Parteistellung der neuen Mitglieder erscheint, 313 liberale Freihändler, 27i Dcrbyiten und 36 Zweifelhaste gewählt. Ein ministerielles Organ, Morning Post, rechnet freilich eine Majorität, für das Ministerium heraus, nämlich 3-18 Ministerielle, und 297 Liberale, aber nur dadurch, daß es eine Anzahl Pecliten, wie Gladstouc, Lord Jocelyn und Andere, die gewiß nicht mit Lord Derby stimmen werden, zu der ministeriellen Majorität schlägt. Das Ministerium hat allerdings einige Stimmen gewonnen, nämlich die 20 — 23 in den vom Rcgierungseinfluß abhängigen Städten, die