Die Appenzeller Landsgemeinde.
Eine Grenzbotschaft.
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Mitten im Cautou St. Gallen, ohne andere Grenzen als dieses, liegt der Canto» Appeuzell. Man weiß es anch in Deutschland ans den Hand- und Lehrbüchern der politische» Geographie, daß dieser Cauton etwa 64,000 Einwohner auf 8 Quadratmeilen zählt und in zwei Theile", Appenzell außer nnd inner Nhoden, zerfällt. Sehr gelehrte geographische Handbücher beziehen diese Eintheilung auf zwei Bergketten gleichen Namens. Im Lmidc selber weiß man freilich Nichts davon und kennt ,,Rodel" von jeher als Bezeichunng für unser bnreankratisches ,,Kreis oder Bezirk", weshalb die Frage sich einfach dahin erhellt, daß Appenzell ans Landestheilen der äußeren und inneren Bezirke besteht. Natürlich soll damit der Gelehrsamkeit Mht zu nahe getreten werden. Die breiten, schvngebanten Chausseen des niedern, westlich und nördlich gelegenen Appenzell-außer-Nhoden dnrchsährt die fremde Touristenwelt und der große Sommerreisezng ms dem Wege nach Chur, Luzern, GlaruS u. s. w.; der prächtige Säntis bleibt ihnen zur Linken, kanm flüchtig als verlorener Posten der eigentlichen Gletschcrschweiz betrachtet. Denn sie bilden sich überhaupt ein, hier am Bodensee sei noch keine rechte und echte Schweiz mit jenen romantischen Schönheiten und idyllischen Schönen, die ihnen weiter drinnen mit Jodlern, Kuhreigen, Sennwirthschaften, Glctscherhörnern nnd Nigirundsichtcn, nebst den wvhlgezählten 1t Seen für prompte Bezahlung hoher Taxen, den Stoff zu einem fashionabeln Bnche oder einer interessanten Theeunter- haltnng liefern. Mau mag ihnen vielleicht nicht Unrecht geben; sie wollen ihre vier Wochen Neiseferien möglichst ausnützen und besonders überall gewesen sein, wo die Anderen auch waren.
In dieser Art, die Schweiz zu bereisen, zeichnen sich besonders die Norddeutschen ans, welche überhaupt seit dem Erstehen der Eisenbahnen im Reisegenusse muUa mit mulww zu verwechseln pflegen. Eine Ausgleichung wird später gewiß Grenzbotm. III. ->8S2. . 11