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Charakterbilder aus der deutschen Restaurationsliteratur : Ludwig Uhland und das deutsche Lied.
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- Ausdrucks, an Melodie uud sinniger Plastik steht er ihm gleich. Die Form sei­ner Chansons, die man mit Unrecht in Deutschland »achahmt, ist eben so natio­nal, als die ausgeloste Nibelnugenstrophe des Uhland'schen Liedes. Was die Stoffe betrifft, so scheinen sie zwar weit mehr dem modernen Leben anzugehören, denn seine Militairs und seine Grisetten sind die wahren Repräsentanten des gegenwärtigen Lebens in Frankreich; aber Mand hat doch eigentlich auch bei seinen mittelalterlichen Schilderungen bestimmte Bilder der Gegenwart vor Angen, die Studenten, Künstler.uud Handwerksburschen. Die Ziererei, die mit unsrem Stndentenleben verbunden ist, wirkt ans unser Leben um so nachtheiliger, da es die einzige ideale Zeit ist> an die wir «später zurückdenken,' In dem französischen Soldatenlebcn ist zwar Vernunft und Sittlichkeit nicht sehr zu Hause, aber es ist schon darum eine größere Natürlichkeit darin, weil die Beziehungen auf das wirk­liche Leben näher liegen. Der Vergleich zwischen den beiden Dichtern möchte sich also so Heransstellen,'daß da, wo es Bvranger mit seiner natürlichen Frische gelingt, einen Moment des Gefühls zu erfassen, der allgemein menschliche Gel­tung hat, der französische Dichter; uud daß da, wo Uhland mit seinem poetischen Gemüth und seiner keuschen Empfindung eine reale Seite des Lebens verklärt, der deutsche Dichter vorzuziehen ist. ° -

Streifzüge durch Pommern.

Dem Reisenden in Pommern fallen zuerst die vielen wendischen Dorf- und Stadtnamen, von denen manche verstümmelt noch deutlich die slavische Wurzel verratheu, ans. Auf der Straße von Stettin bis Lauenburg längs der Chanssee führen sämmtliche Städte weu'dische Namen, ebenso wenigstens zwei Drittel der Dörfer. Ein gebildeter Serbe drückte uns sein Erstaunen aus, so seru vou seiner Heimath im breitesten Plattdeutsch heimische Klänge zu vernehmen, er betrachtete die Landkarte von Pommern als eine slavische Stammtafel, die später durch deutsche Ortsnamen verunreinigt sei. > In Böhmen, der Mark, in der Laufitz, in Mecklenburg macht man dieselbe Beobachtung, wollte man aber von den Ein­wohnern die Erklärung über den Ursprung dieser sprachlichen Erscheinung erfahren, so würde man öfter die uns von einem pommerschen Fischer gegebene Deutung hören:t mut doch en' Noahmen habben", es muß doch einen Namen haben. Wie viele Noggow's, Suckow's, Storckow's, Knessow's, Grabow's mag es über­haupt außer den häufig vorkommenden Dorfendungen auf iz nnd wiz geben. Die früheren pommerschen Chrvnikenschreiber waren mit dem Wendischen zn wenig bekannt, als daß sie eine glückliche Deutung dieser Namen gegeben hätten.