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München, Ende März : Agnes Bernauer von Hebbel und die Amtsthätigkeit von Dr. Dingelstedt.
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auszudrücken, welche er sich bei den Freunden der deutschen Bühne durch seine ämsige Thätigkeit und durch sein lebhaftes Interesse an allem Guten und Hoffnungsvollen im Bereich der dramatischen Kunst erworben hat. Mit Freude und Achtung sieht man einen deutschen Dichter in einem angemessenen Wirken und passender Stellung, und was den zahlreichen Freunden seiner Poesien eben so viel gelten wird, auch im glück­lichen Privatleben und einer roohlgegründetcn Häuslichkeit. Seine Gemahlin, eine eben so talentvolle, liebenswürdige Künstlerin, als pflichtgetreue HauSsrau, seine amtliche Stel­lung ganz seiner Persönlichkeit und wol auch seinen Wünschen angemessen. Es ist hübsch und sür uns Alle erfreulich, eine so gedeihende Dichtercxistcuz zu sehen. Freilich ist ihm, wie wir merken, auch der Kampf mit Gemeinheit und allerlei kleinen Nichts­würdigkeiten nicht erspart geblieben, denn jedes große Theater pflegt wenigstens einen Thersites zu haben; und weun die Nothwendigkeit eintritt, solches Gesinde! abzustrafen, so ist dies für den seinfühlenden Mann unter allen Umständen eine sehr unangenehme Nothwendigkeit; aber sie gehört zu den kleinen Malicen des Schicksals, und man muß sich dadurch nicht weiter stören lassen.

Der Tod des Fürsten Schwarzenberg. Beim Schluß dieses Heftes trifft die Nachricht vom Tode des östreichischen Premierministers hier ein. Ein plötzlicher Schlag­fluß hat ihn im Alter von SA Jahren getödtet. Seit dem Herbst 1848 der zweite Premierminister des Kaiscrstaats, welcher dem Vcrhängniß erliegt! Ueberall empfindet man sein Ableben als ein Ercigniß, und mit Recht. Zwar wird sein Tod schwerlich eine schnelle Aenderung in der äußern und innern Politik Oestreichs herbeiführen, wol aber langsame und darum nicht weniger bedeutende Wendungen.^ Wie zu vermuthen, wird Baron Kübcck, Präsident des Staatsraths, Erbe seines Einflusses, wenn auch nicht seines Portefeuille wenden. Und da Dieser sür einen seinen Finanzmann und bedächtigen Diplomaten gilt, steht zu erwarten, daß die sanguinische Energie, mit welcher der ver­storbene Fürst die Erobcrnngspläne der kaiserlichen Gencraladjutantur unterstützte, einer kühleren Abwägung der Kräfte und Interessen Oestreichs Platz machen wird. Eine größere Annäherung an die Altconservativen, namentlich Ungarns, ist Möglich geworden, und damit ein thcilweises Ausgeben der kostspieligen Centralisationspolitik, welche Oest­reich, und das ist noch immer die Ueberzeugung d. Bl. in wenig Jahren zu einer finanziellen Krise sichren muß.

Neue Bücher.

Geschichten aus alter und ueuer Zeit. Leipzig, Avenarins und Mendels­sohn. Der Ansang eines Sammelwerkes, welches wichtige Momente der Geschichte nach den Hanptquellcu ins Deutsche übersetzt bringen soll. Die drei ersten Hefte ent­halten: Die Pariser Bluthochzeit, die Buße Kaiser Heinrich's IV. vor dem Papst Gregor VII. zu Canossa, die Zerstörung der Stadt Jerusalem unter Titus. Das Un­ternehmen ist angelegentlich zu empfehlen; auch bekannte Begebenheiten der Geschichte erhalten ein neues Interesse, wenn man sie in der lebhaften oder detaillirten Erzählung vou Zeitgenossen aufnimmt, und. es ist die Absicht, bei diesem Unternehmen so viel als möglich die Berichte von Augenzeugen der geschichtlichen Ereignisse pvpulair zu machen.

Herausgegeben vou Gustav Freytag und Julian Schmidt.

Als verantwort!. Redacteur legitimirt! F. W. Gruuvw. Verlag von F. L. Hevbig

in Leipzig.

Druck von C. E. Elbert iu Leipzig.