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Wochenbericht.
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Diane Dclorme hört hinter einer Tapete andächtig zu. Ludwig XIII- ist übler Laune, er will kein Esel mehr sein (imvvoille), er hat es satt, der Henker und das Schlacht­messer in der Hand Nichclicu's zu sein, der König erwacht in ihm. Was, glauben Sie nun, antwortet der Vater der modernen Diplomatie? er beweist seinem guten Monarchen, daß dieser wie Mustapha Papatucci in der Italienerin in Algier nichts Besseres zu thun habe, als zu essen, zu trinken und zu schlafen. Er verstehe Nichts von Politik, und wenn Richelieu seine schützende Hand von ihm abzöge, wären Frankreich und die Monarchie verloren. Der gute König läßt sich bekehren und sagt melancholisch, daß er zu seinen Hunden zurückkehren will. Allein nicht blos der König ist bekehrt, auch die adelsstolze Hugenottin Diane sinkt in Bewunderung dem großen Manne zu Füßen, und die plötzlich Begeisterte verräth das Complott um den Preis der Gnade für ihren Bruder. Sie weigert sich aber standhaft, Personen zu nennen. Richelieu, der, wie Marion Dclorme's Bekenntnisse beweisen, den Liebesintriguen eben so wenig sremd ist, als den diplomatischen, wittert eine Liebe zu irgend einem Verschwornen, und er schickt seine Späher aus, den Geliebten zu entdecken. Diane täuscht aber die Polizei des Cardinals sehr geschickt. Der Vorhang fällt blos über der Ehe Paul's mit Mar­garete Girardin, und es bleibt dem Scharfsinne und der individuellen Phantasie des Zuschauers überlassen, zu errathen, wie Diane zwischen der Scylla einer eifersüchtigen Herzogin von Rohan und der Charybdis Richelieu hindurch dem Hafen der Liebe zusteuert.

Augier hat die Ausmalung der Situationen und Verhältnisse, die nicht an Hugo's Stück erinnern, sorgsam vermieden, damit ja keine Illusion über seine Transfiguration möglich sei. Die Sprache ist trivial, dort, wo die Situation des alltäglichen Lebens aufhört, hört diesmal auch sein Talent auf.

Als ob die künstige Brüderschaft mit den vierzig Invaliden des Instituts bereits ihren lähmenden Einfluß auf den Akademiker in spe ausgeübt hätte, erscheint uns das Talent Augier's, wie wir es sonst kennen gelernt hatten, mit einer Sourdinc belegt. Die Nachel hat daö Mögliche geleistet, aber sie hat einen Fehler begangen, diese Rolle anzunehmen. Sie fand Nichts zu schaffen und, einige wenige Momente ausgenommen, kein Feld für ihre ganz eigenthümliche DarstellungSgabe. Sie war gebunden, wie bei Racine, ohne einen fertigen gleichen Charakter, wie er ihrem Talente angemessen ist, wiedergeben zu können, und sie hat nicht, wie in Adrienne Lecouvreur oder Thisbe, Ge­legenheit, durch Hinzudichtung der Rolle eine ncne überraschende Fassung zu geben. Augier schwang sich nicht zum Genius der dramatischen Künstlerin hinauf, und diese war nicht glücklich genug, gehörig zu ihm hinabzusteigen. Sie war ganz außerhalb ihres Elementes und schwankte, wie Jemand, dem der Boden unter den Füßen zittert. Sie hat wenigstens den Trost, iin Fiasco des Dichters nicht zugleich die Niederlage des Freundes beweinen zu müssen, denn das Band, das Darstellerin und Dichter an ein­ander knüpfte, war noch vor Beendigung des im Honigmonde des zartesten Verhält­nisses begonnenen Drama's wieder gelöst.

Das Ministerium Derby in England.

Die absolutistischen Staatsmänner des Festlandes sind recht glückliche Leute., und können gar nicht aus dcm Festfcicrn herauskommen. Kaum hatte ihnen Ludwig Napoleon